Ein Fünftklässler meldet sich während des Präsenzunterrichts. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Ronny Hartmann (Archivbild))

Corona-Politik in Baden-Württemberg

Weitere Schulöffnungen auf Eis - Verlängerung der Osterferien im Gespräch

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Die Schulen in Baden-Württemberg sollen bis Mai rund 16 Millionen Schnelltests bekommen. Dennoch ist Präsenzunterricht für alle Schüler nach den Osterferien noch nicht sicher. Im Gespräch ist auch eine Verlängerung der Ferien.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich bei einem Spitzengespräch mit Vertretern von Schülern, Eltern und Lehrern noch nicht festgelegt, ob alle Kinder und Jugendlichen nach den Osterferien abwechselnd wieder zurück in die Schule können. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr, hat der Grünen-Politiker bei der Videokonferenz am Montag erklärt, man habe wegen der Ferien bis zum 11. April noch Zeit, man könne deshalb auf Sicht fahren.

Zuletzt hatte Kretschmann am vergangenen Mittwoch im Landtag angekündigt, dass nach den Osterferien alle Schülerinnen und Schüler wieder in die Schulen zurückkehren - allerdings nur abwechselnd und getestet. Wegen der schnellen Verbreitung der Corona-Mutante, die auch durch Kinder und Jugendliche weitergetragen wird, wurden diese Pläne aber wieder gebremst.

Land stellt Schulen Millionen von Schnelltests zur Verfügung

Baden-Württemberg will bis Anfang Mai rund 16 Millionen Schnelltests für Schülerinnen und Schüler zur Verfügung stellen. Das hat eine Sprecherin des Staatsministeriums dem SWR bestätigt. Die 16 Millionen Testkits werden nach Einschätzung des Landeselternbeirats für zwei Tests pro Woche reichen. Die Eltern hatten ursprünglich tägliche verpflichtende Tests gefordert. Insgesamt will das Land 45 Millionen Schnelltests für die Schulen beschaffen. Monika Stein, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), sagte dem SWR, es stehe im Raum, dass die Osterferien um eine Woche verlängert würden. Je nachdem, wie sich das Infektionsgeschehen entwickle.

Landesregierung plant Testpflicht

Bei dem Treffen sei man sich einig gewesen, dass Wechselunterricht nur möglich sei, wenn sich alle Schülerinnen und Schüler mindestens zweimal die Woche testen ließen, erklärte die Regierungssprecherin. Das bedeute, dass nur Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen dürften, die getestet seien. Für alle anderen könne es nur Fernunterricht geben. Noch in dieser Woche will die Regierung entsprechende Pläne für eine "Testpflicht" - wie es sie schon in Sachsen gibt - auf den Weg bringen.

Wechselunterricht nur bei niedrigerer Inzidenz

Dem Vernehmen nach waren sich alle Vertreter der Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräften auch einig, dass es Wechselunterricht nur geben kann, wenn die Zahl der Neuinfektionen zwischen 50 und 100 auf 100.000 Einwohner in einer Woche liegt. Liege die Inzidenz darüber, müssten die Schulen geschlossen und Fernunterricht angeboten werden. Dies entspreche den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.

Die Regierung habe dagegen den Standpunkt vertreten, dass in Hotspots erst mit einer Inzidenz von über 200 die Schulen geschlossen werden müssten. Der Verband der Realschullehrer forderte das Land nach dem Treffen auf, transparente Grenzwerte herauszugeben. "Diese Richtwerte stehen immer noch aus."

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GEW rechnet eher mit Schulschließungen

Die GEW sieht mit Blick auf die steigenden Inzidenzen eine weitere Öffnung von Schulen nach den Osterferien skeptisch. Es sei eher damit zu rechnen, dass bestehende Öffnungen wieder zurück genommen werden müssten. "Wir haben alle gehofft, dass wir schneller zum Alltag in den Klassenzimmern zurückkehren können", so Landesvorsitzende Stein in einer Mitteilung. Doch es gelte "Sicherheit zuerst". Auch Wechselunterricht sei nur denkbar, wenn das die Virusmutationen zuließen. Wichtig sei aber besonders, dass alle Entscheidungen so getroffen würden, dass den Schulen Zeit für die Planung bleibe, so Stein weiter.

Viele Schüler seit Mitte Dezember nur im Fernunterricht

In Baden-Württemberg sind viele Kinder und Jugendliche seit Mitte Dezember nicht mehr in der Schule gewesen. Die Grundschulen hatten Mitte Februar wieder mit Wechselunterricht begonnen, seitdem sind auch die Abschlussklassen teils wieder an den Schulen. Seit 15. März sind die Grundschulen im Regelbetrieb. Auch die 5. und 6. Klassen sind zurückgekehrt, können aber nur im Wechsel unterrichtet werden.

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