"Klar, dass Geisterspiele kommen"

Coronavirus: Landesregierung kündigt weitere Verschärfungen für Baden-Württemberg an

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Die Corona-Lage in Baden-Württemberg bleibt kritisch und die Landesregierung will offenbar handeln. Regierungssprecher Braun kündigte am Wochenende neue Verschärfungen an.

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Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat weitere Corona-Verschärfungen angekündigt. Regierungssprecher Arne Braun sagte am Sonntag, über die einzelnen Schritte werde am Montag und Dienstag beraten.

"Aber es ist klar, dass im Profifußball Geisterspiele kommen", sagte Braun. Die Besucherzahlen bei Großveranstaltungen wurden erst kürzlich beschränkt. Die Vereine dürfen nur die Hälfte ihrer Kapazität nutzen.

Die Obergrenze liegt bei 25.000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Auch hier gilt, dass Geimpfte und Genesene zusätzlich einen Test brauchen. In Sachsen gab es an diesem Wochenende bereits Geisterspiele - so lief beispielsweise die Bundesliga-Partie zwischen RB Leipzig und Bayer Leverkusen ohne Publikum.

Sorge vor neuer Virusvariante

Die Landesregierung stelle angesichts der aktuellen Entwicklung jederzeit Überlegungen an, weitere Verschärfungen vorzunehmen, die möglich seien. "Die neue Virusvariante, die sich zuspitzende Lage auf den Intensivstationen in vielen Regionen, das weiter nicht gebremste exponentielle Wachstum - all das macht schnelles Handeln notwendig", sagte Braun.

Es zeige sich immer deutlicher, dass die Länder dringend das volle Instrumentarium für weitgehende Beschränkungen bräuchten, so Braun weiter. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte sich am Freitag für eine rasche Ministerpräsidentenkonferenz ausgesprochen.

Hitzlsperger: Geisterspiele hätten finanziell große Auswirkungen

In der Fußball-Branche blickt man mit Sorge auf die Geisterspiel-Pläne: Aus der Sicht des Vorstandsvorsitzenden des VfB Stuttgart, Thomas Hitzlsperger, wären Geisterspiele "jammerschade". "Emotional natürlich auch, aber vor allem finanziell", so Hitzlsperger im SWR.

Bei zwei verbliebenen Heimspielen in diesem Jahr (gegen Hertha BSC und Bayern München) bedeutet das laut Hitzlsperger etwa vier bis fünf Millionen Euro weniger Einnahmen - zusätzlich zu den 80 Millionen Euro, die dem VfB Stuttgart seit Beginn der Pandemie entgangen sind. "Das ist enorm. Wir sind ein großer Verein. Wir haben eine große Stadionkapazität und sind auch abhängig von den Ticketing-Erlösen. Wenn die wegbrechen, dann spüren wir das sehr deutlich. Deswegen sind Geisterspiele für uns wirklich dramatisch." Er hoffe jedoch, dass es noch einen Mittelweg gebe.

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