STAND

Das Sturmtief hat im Land einen Schaden von mindestens zwei Millionen Euro verursacht. Das hat das Innenministerium in einer ersten Bilanz mitgeteilt. Der Flug- und Bahnverkehr läuft am Dienstag wieder weitgehend normal.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Durch das Sturmtief "Sabine" sind 17 Menschen in Baden-Württemberg verletzt worden, acht von ihnen schwer. Das haben die Behörden am Dienstag mitgeteilt. Die Polizei rückte demnach seit Sonntag insgesamt 2.400 Mal aus. Dabei waren 3.200 Beamte im Einsatz.

"Durch ihre hochprofessionelle Arbeit haben die Helferinnen und Helfer bei der Polizei und im Bevölkerungsschutz größere Sachschäden verhindert", lobte der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU).

picture allianceSven KohlsSDMGdpa (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Die Feuerwehr musste auch in der zweiten Sturmnacht häufig ausrücken. Meistens ging es wie hier in Esslingen um umgestürzte Bäume. Picture Alliance

Auch in der Nacht von Montag auf Dienstag mussten Feuerwehr und Polizei zu vielen Einsätzen ausrücken. Größere Schäden gab es aber nicht. Menschen wurden nicht verletzt. Auf der B27 zwischen Randen und Blumberg im Schwarzwald-Baar-Kreis stürzte ein Baum auf ein Auto. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Im Nordschwarzwald wurden wegen querliegender Bäume einige Straßen rund um Freudenstadt und Calw gesperrt. Der kleine Ort Zwieselberg bei Freudenstadt war bis in die Nacht ohne Strom und konnte nicht angefahren werden.

In Grafenberg bei Reutlingen fegte der Sturm den Teil eines Solardachs von einem Hausdach. Etwa 40 Sturmeinsätze gab es laut Polizei in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in Pforzheim. Es blieb allerdings bei umgeknickten Bäumen und umherfliegenden Ziegeln. Auch in der Region Stuttgart rückten Feuerwehrleute vor allem wegen umgestürzten Bäumen aus.

Das Sturmtief in Baden-Württemberg Wo "Sabine" überall Spuren hinterließ

Stuttgart umgestürzter Baum nach Orkan "Sabine" (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sven Kohls/dpa)
Sturmtief "Sabine" sorgte für viele umgestürzte Bäume und Verkehrsbehinderungen wie hier auf der Mittleren Filderstraße in Stuttgart. picture alliance/Sven Kohls/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Auf der A81 bei der Jagsttalbrücke im Kreis Heilbronn blies "Sabine" einen Lkw um. Bild in Detailansicht öffnen
Orkanböen sorgten für viele Einsätze von Feuerwehr und Polizei in Baden-Württemberg. Etwa durch eingestürzte Baugerüste - wie hier in Freiburg. picture alliance/Patrick Seeger/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Ebenfalls in Freiburg musste die Feuerwehr ein Auto befreien, das von einem Baum begraben wurde. kamera24tv; picture alliance/Patrick Seeger Bild in Detailansicht öffnen
In Horb am Neckar (Kreis Freudenstadt) stürzten Bäume um und wurden Äste abgeknickt... Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
...auch Dachziegel fegte "Sabine" in Horb am Neckar (Kreis Freudenstadt) reichlich herunter. Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
Das S des SWR-Logos am Funkhaus in Stuttgart fiel auch dem Sturm zum Opfer. Bild in Detailansicht öffnen
Auf einer Wiese an der Achalm bei Pfullingen hat "Sabine" ein Feuer weiter entfacht. Julian Stähle Bild in Detailansicht öffnen
Die Fernverkehrszüge fielen wegen des Sturmtiefs bundesweit aus, hier eine Anzeige am Hauptbahnhof Mannheim. Dagmar Kwiatkowski Bild in Detailansicht öffnen
Auf der B10 bei Pforzheim wurde ein LKW vom Sturm umgeworfen und landete auf einem Smart. Verletzte wurde niemand. Bild in Detailansicht öffnen
Noch viel Platz für Fahrräder - Wegen des Sturms sind viele Schüler an der Realschule in Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) zuhause geblieben. Bild in Detailansicht öffnen
An einer Schule in Pforzheim hat Sturm "Sabine" Solarmodule vom Dach geweht. Bild in Detailansicht öffnen
Am Bodensee legte "Sabine" zeitweise alle Fährverbindungen lahm und sorgte für "raue See", wie hier an der Friedrichshafener Hafenmole. Bild in Detailansicht öffnen
Bei Dietenheim (Alb-Donau-Kreis) ist ein Autofahrer auf einen umgestürzten Baum gefahren. z-media, Ralf Zwiebler Bild in Detailansicht öffnen

Ausläufer von Sabine immer noch zu spüren

Das Wetter in Baden-Württemberg präsentierte sich auch am Dienstag noch stürmisch. Vor allem im Schwarzwald gab es teilweise orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten um 105 Kilometer pro Stunde. "Das ist im Grunde die Rückseite des Tiefs", so ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes: "Die Ausläufer sind nicht so stark wie am Montag. Aber es geht noch turbulent zu."

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
17:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Bahnverkehr teilweise noch beeinträchtigt

Der Bahnverkehr in Baden-Württemberg hat sich am Dienstag weitgehend normalisiert. Auf den stark frequentierten Strecken gebe es keine Einschränkungen mehr, teilte ein Sprecher der Bahn mit. Auch die S-Bahnen im Raum Stuttgart fahren wieder regelmäßig und nach Plan. Auf anderen Strecken gibt es aber noch Beeinträchtigungen. So ist die IC-Strecke zwischen Stuttgart und Singen noch unterbrochen, die Züge enden in Tuttlingen. Vier regionale Strecken bleiben bis auf Weiteres gesperrt: die Schwarzwaldbahn auf mehreren Abschnitten, die Höllentalbahn zwischen Hüfingen und Himmelreich (beide Schwarzwald-Baar-Kreis), die Dreiseenbahn zwischen Titisee-Neustadt und Seebrugg (Breisgau-Hochschwarzwald) und die Gäubahn zwischen Hattingen (Kreis Tuttlingen) und Engen (Kreis Konstanz).

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Kaum noch Auswirkungen im Flugverkehr

Nachdem am Montag wegen Sturmtief "Sabine" zahlreiche Flüge ausfielen, hat sich die Lage am Dienstag entspannt. "Wir haben jetzt quasi wieder Normalbetrieb", sagte eine Sprecherin des Flughafens in Stuttgart dem SWR. Sieben Starts und Landungen fielen demnach am Dienstag noch aus. Das seien aber die Folgen der Verspätungen und Ausfälle vom Montag.

Bodensee-Fähren fahren wieder

Die Fähre zwischen Friedrichshafen und Romanshorn (Schweiz) hat den Betrieb wieder aufgenommen. Das teilten die Bodensee-Schiffsbetriebe mit. Auch der Fährverkehr zwischen Meersburg (Bodenseekreis) und Konstanz läuft planmäßig. Die Katamarane zwischen Friedrichshafen und Konstanz bleiben wegen der starken Winde vorerst weiter im Hafen.

Schulen: Unterricht wieder regulär

Der Unterricht in den Schulen sollte am Dienstag wieder regulär laufen. Das teilte das baden-württembergische Kultusministerium mit. Nur wenn auf dem Schulweg "besondere Umstände" vorlagen, konnten die Kinder zu Hause bleiben.

DWD warnt weiter vor Sturmböen und Gewittern

In der Nacht zum Mittwoch werden noch Böen zwischen 60 und 70 Stundenkilometern erwartet, im Hochschwarzwald gibt es weiterhin Sturmböen bis 90 Stundenkilometer. "Wir befinden uns immer noch in einer polaren Kaltluft, weshalb auch Gewitter möglich sind", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Zum Teil kommt es auch in den tieferen Lagen zu Schnee, Schneeregen oder Graupel. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen einem Grad auf der Alb und zehn Grad am Oberrhein. In der Nacht zum Mittwoch nehmen die Schauer zu, teils bis in die Niederungen kommt es zu Schneeregen oder Schnee. Die Meteorologen warnen deshalb vor Glätte. Örtlich wird es blitzen und donnern.

STAND
AUTOR/IN