Daimler-Stern zu sehen vor dunklen Wolken. (Foto: picture-alliance / dpa)

Abgas-Affäre bei Daimler Daimler stoppt Auslieferung mehrerer Diesel-Modelle

Der Stuttgarter Autokonzer Daimler hat die Auslieferung mehrerer Diesel-Modelle gestoppt. Auch Fahrzeuge der A- und B-Klasse sind davon betroffen.

Daimler droht womöglich neuer Ärger wegen unzulässiger Abschaltfunktionen. Nachdem der Stuttgarter Autobauer bereits betroffene Fahrzeuge wie den Transporter Vito, C-Klasse-Modelle und den Geländewagen GLC zurückrufen musste, stoppt Daimler nun die Auslieferung mehrere Diesel-Modelle.

Daimler bestätigte dem SWR am Samstag, die Auslieferung mehrerer Diesel-Modelle sei gestoppt. "Nach einer ersten Einschätzung beträgt die Anzahl der betroffenen Fahrzeuge in Deutschland einige hundert Fahrzeuge", sagte ein Daimler-Sprecher. Vom Auslieferungsstopp betroffen sind ausschließlich einzelne Fahrzeugvarianten der Euro 6b Norm, deren Produktion Ende Mai ausgelaufen ist. Darunter sind auch Fahrzeuge der A-, B- und C-Klasse mit Vier-Zylinder-Motoren.

Dauer

Zuvor hatte die Funke Medien Gruppe darüber berichtet. Demzufolge nach hat Daimler am Freitagnachmittag an alle Mercedes-Benz-Händler eine Mitteilung verschickt, in der der Stopp angeordnet wurde: "Wir untersagen Ihnen, die betroffenen Fahrzeuge zuzulassen oder an Kunden auszuliefern, bis eine entsprechende Abhilfe in den Servicebetrieben verfügbar und an den Fahrzeugen umgesetzt ist."

Autobauer will Software aktualisieren

Grund für den Stopp ist nach Angaben von Daimler der angekündigte Rückruf für Fahrzeuge, die einen Diesel-Motor nach der Norm 6b enthalten. Der Autobauer möchte erst die Software aktualisieren, bevor die Fahrzeuge an die Kunden gehen.

Daimler ist mit seiner Aktion offenbar auf Druck der Behörden einem kurz bevorstehenden Zwangsrückruf zuvor gekommen. Bis die zurückgehaltenen Fahrzeuge ausgeliefert werden, kann es nach SWR-Informationen etliche Wochen oder sogar Monate dauern.

Daimler musste bereits zuvor wegen des Vorwurfs einer unzulässigen Abgastechnik europaweit 774.000 Fahrzeuge zurückrufen, darunter 238.000 in Deutschland. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Konzernchef Dieter Zetsche hatten sich darauf vor knapp zwei Wochen geeinigt. Zetsche sagte damals, man werde sich "unverzüglich" um die Software der betroffenen Fahrzeuge kümmern. Ein genaues Datum, ab wann die Updates verfügbar sind, ist nicht bekannt.

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