Eine Krankenpflegerin versorgt in einem Patientenzimmer eines abgetrennten Bereichs für Covid-19 Patienten einer Intensivstation des Klinikum Stuttgart, einen Covid-19-Patienten, im Vordergrund ist eine Beatmungsmaschine zu sehen.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Starkes Infektionsgeschehen

Baden-Württemberg: So viele Corona-Patienten auf Intensivstationen wie noch nie

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Immer mehr Menschen müssen wegen einer Corona-Erkrankung auf Intensivstationen behandelt werden. Die Kliniken in Baden-Württemberg sind damit so stark ausgelastet wie noch nie.

Die Kliniken in Baden-Württemberg brechen am Donnerstagabend einen traurigen Rekord: Mit 655 Covid-19-Patientinnen und -Patienten werden derzeit so viele Corona-Erkrankte auf Intensivstationen behandelt wie nie zuvor.

Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Landesgesundheitsamt hervor (Stand: 16 Uhr), der sich auf Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) beruft. Das sind 25 Menschen mehr als am Vortag. Laut Divi wird mehr als jede oder jeder zweite Betroffene (344) künstlich beatmet (Stand 18:05 Uhr).

Mehr und mehr Menschen müssen im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung intensivmedizinisch behandelt werden. Die Entwicklung im Überblick:

Laut Intensivregister sind an den 124 Standorten derzeit 2.054 Intensivbetten mit Corona- und anderen Patientinnen und Patienten belegt - noch 195 Betten oder 1,6 Betten pro Standort sind demnach aktuell frei.

Allerdings kommen nur 73 davon auch für Covid-19-Erkrankte in Frage. In einer Notfallreserve können laut Divi 1.103 Betten innerhalb von sieben Tagen aufgestellt werden. Die Zahlen ändern sich aber fortlaufend.

Wegen der hohen Auslastung müssen Kliniken Patientinnen und Patienten priorisieren:

Andere Länder wollen BW-Corona-Patienten aufnehmen

Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) hatte zuletzt angekündigt, Baden-Württemberg sei mit Blick auf die überlasteten Intensivstationen auf Patienten-Verlegungen ins Ausland vorbereitet. Mehrere Staaten haben bereits angeboten, Menschen aus Baden-Württemberg aufzunehmen.

Bislang wurden baden-württembergische Patientinnen und Patienten wegen der regionalen Überlastung von Intensivstationen nur innerhalb Deutschlands verlegt.

Die Corona-Lage blieb auch am Donnerstag stark angespannt: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ging zwar leicht zurück. Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner binnen einer Woche lag nach LGA-Angaben bei 517,6 nach 519,4 am Vortag (Stand 16 Uhr).

Der geschätzte Sieben-Tage-R-Wert legte im Vergleich zum Mittwoch aber von 0,90 auf 0,93 zu. Liegt der Wert längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Auch die Zahl der an das LGA übermittelten Fälle der neuen Coronavirus-Variante Omikron im Land nahm zu - von zuletzt vier auf acht. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz (Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Menschen und Woche) lag bei 6,3 (Vortag: 6,4). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens.

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Die aktuelle Zahl der Klinikeinweisungen ist in der Regel höher als in der Hospitalisierungsinzidenz ausgewiesen. Die vollständigen Werte liegen oft erst nach ein bis zwei Wochen vor. Seit Beginn der Pandemie wurden landesweit bislang 857.860 Covid-19-Fälle gezählt. Es gab 11.878 Todesfälle. Seit Mittwoch kamen 40 dazu.

In vielen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg reißen die Corona-Zahlen kritische Marken:

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SWR