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Die Infektionszahlen steigen - jetzt hat die Landesregierung die dritte Stufe der Corona-Pandemie eingeleitet. Dabei folgt das Land einem Drei-Stufen-Konzept. Doch was heißt das?

Angesichts steigender Infektionszahlen hat die Landesregierung am Samstag die dritte von drei Pandemie-Stufen ausgerufen. Das Konzept orientiert sich an drei Stufen, die je nach Infektionsgeschehen im Land und den Kommunen vom Sozialministerium festgelegt werden. Eine Übersicht:

Stufe 1: "Stabile Phase"

Stufe 1 ist gleichbedeutend mit der bis vor Kurzem stabilen Phase unter Pandemie-Bedingungen. Das Ausbruchsgeschehen ist dann lokal abgrenzbar und die Infektionsketten zum größten Teil nachvollziehbar. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei Stufe 1 unter 10 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner.

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Stufe 2: "Anstiegsphase"

Die zweite Pandemie-Stufe, die am Dienstag (6.10.) in Baden-Württemberg ausgerufen wurde, beinhaltet strengere Kontrollen der geltenden Regeln. Die Stufe 2 tritt in Kraft, wenn die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz von 10 pro 100.000 Einwohnern überschritten wird. Unter anderem sind die Infektionsketten dann zunehmend unklarer und es gibt vermehrt Ausbrüche bei bestimmten Einrichtungen oder Veranstaltungen.

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Stufe 3: "Kritische Phase"

Die kritische Stufe 3 beginnt, wenn es landesweit innerhalb von sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gibt. Sie wurde am Samstag (17.10) in Baden-Württemberg ausgerufen und gilt seit Montag (19.10). Seitdem gilt landesweit eine strengere Maskenpflicht, außerdem wurden die Kontaktbeschränkungen verschärft. Betroffene Kommunen oder Landkreise können weitere Einschränkungen veranlassen, etwa die Beschränkung der Gastronomie auf den Außenbereich oder die Begrenzung der Kundenzahl im Einzelhandel. Ein Dossier zum Drei-Stufen-Konzept gibt den Kommunen Empfehlungen vor und dient als Orientierungshilfe.

Im Lokalen ist im Falle der Stufe 3 auch ein Shutdown möglich, wenn bisherige Maßnahmen nicht ausreichen. Je nach Pandemiestufe soll dies vor Ort entschieden werden. Das Sozialministerium steht dann mit den einzelnen Kommunen eng in Kontakt, um Informationen zuverlässig weiterzuleiten und notwendige Schritte einzuleiten. Im Gegensatz zum Shutdown im Frühjahr will die grün-schwarze Regierung in Baden-Württemberg aber auf jeden Fall landesweite Schließungen umgehen.

Konzept ergänzt Corona-Regeln

Das von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) und Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) Mitte September vorgestellte Drei-Stufen-Konzept ergänzt die bisher geltenden Corona-Regeln in Baden-Württemberg. Je nach Infektionsgeschehen können die einzelnen Kommunen zu strengeren Maßnahmen greifen. Damit sollen flächendeckende und landesweite Einschränkungen wie noch im März und April möglichst verhindert werden. Bereits im September appellierte Kretschmann an die Bevölkerung:

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Angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen und mit Blick auf den Herbst, in dem sich die Bürger wieder mehr drinnen aufhalten, sei ein vorgegebener Handlungsrahmen notwendig, sagte Lucha bei der Vorstellung des Konzepts. Er hatte aber auch gesagt: "Überall, wo Menschen zusammenkommen, werden sich Infektionen nie ganz verhindern lassen."

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