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Die Bundesländer wollen offenbar die geplanten Lockerungen der Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene mittragen. Auch Baden-Württemberg signalisiert Zustimmung.

Niemand wolle dieses Verfahren jetzt noch aufhalten, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. "Ich denke, dass wir das am Freitag im Bundesrat beschließen werden."

Kretschmann: "Keine Sonderrechte"

Ministerpräsident Kretschmann betonte, dass es sich dabei nicht um Sonderrechte für Geimpfte oder Genesene handele. "Wir können diesen Menschen begründet bestimmte Rechte nicht mehr entziehen. Auch wenn das Nicht-Geimpfte als ungerecht empfinden", sagte Kretschmann.

Gesundheitsminister Lucha sieht Perspektive für Jüngere

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) erklärte am Mittwoch: "Sobald es die Pandemielage hergibt, müssen die Menschen wieder schrittweise ihre Grundrechte zurück erhalten." Es mache sich bereits bemerkbar, dass mehr Impfstoff geliefert werde. Auf Anfrage des SWR sagte Lucha: "Sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, werden wir die Priorisierung zumindest in den Arztpraxen nicht mehr brauchen, sodass auch die jüngeren Menschen, die sich sehr solidarisch in der Pandemie verhalten haben, ein Impfangebot bekommen."

Lucha geht nach eigenen Worten davon aus, dass dies bereits Mitte Mai der Fall sein könnte. Die Perspektive sei in jedem Fall da. "Wir vergessen die jungen Menschen nicht," so Lucha. Es hänge jedoch von den Impfstofflieferungen des Bundes ab. Zunächst müsse man sich weiter auf die besonders Schutzbedürftigen konzentrieren, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben, betonte der baden-württembergische Gesundheitsminister.

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Die Bundesregierung hatte am Dienstag angekündigt, dass für Geimpfte und Genesene Eingriffe in Grundrechte wie Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen schnell zurückgenommen werden sollen. Wenn der Bundestag und der Bundesrat einer entsprechenden Verordnung noch in dieser Woche zustimmen, könnten die Lockerungen schon am Wochenende gelten.

Einschränkungen sollen zurückgenommen werden

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) kündigte an, dass geimpfte und genesene Menschen in Zukunft dann bei Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen keine Einschränkungen mehr haben werden. Sie könnten sich unter anderem mit weiteren Geimpften treffen und bei Treffen mit Ungeimpften im Familien- oder Freundeskreis würden sie nicht mitgezählt. Nach Reisen müssten sie nicht in Quarantäne - es sei denn sie reisen aus einem Virusvariantengebiet ein. Geimpfte und Genesene würden zudem Getesteten gleichgestellt und bräuchten dann etwa für einen Friseur- oder Zoobesuch keinen Corona-Test mehr, so Lambrecht.

Die Pflicht zum Tragen einer Maske an bestimmten Orten sowie das Abstandsgebot im öffentlichen Raum sollen allerdings weiter gelten.

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