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Gerade einmal etwa 23 Prozent hat die CDU bei der baden-württembergischen Landtagswahl eingefahren. Ein historisch schlechtes Ergebnis, für das Spitzenkandidatin Eisenmann wohl gerade stehen muss.

Baden-Württembergs CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann will nach Angaben aus der Führungsspitze der Partei die Verantwortung für den Absturz bei der Landtagswahl übernehmen. Eisenmann selbst sagte dem Nachrichtensender "Phoenix": "Natürlich übernehme ich die Verantwortung, das ist für mich selbstverständlich. Das ist ein enttäuschendes und desaströses Wahlergebnis".

Am späteren Sonntagabend musste Eisenmann einen weiteren Rückschlag verkraften. Sie scheiterte auch in ihrem Stuttgarter Wahlkreis. Nach Angaben der Landeshauptstadt kam die Kultusministerin dort nur auf 21,7 Prozent. Damit schaffte sie es nicht, ihrem Kabinettskollegen Winfried Hermann (Grüne) das Direktmandat im Wahlkreis Stuttgart II abzujagen. Der Verkehrsminister baute sein Ergebnis von vor fünf Jahren (37,2 Prozent) weiter aus und setzte sich mit 39,8 Prozent der Stimmen durch.

Laut der letzten Hochrechnung gewinnen die Grünen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann an der Spitze die Wahl mit 32,4 Prozent. Die CDU liegt demnach bei 23,6 Prozent, das wäre das schlechteste Ergebnis jemals in ihrer einstigen Hochburg Baden-Württemberg.

Strobl soll wohl Verhandlungen führen

CDU-Landeschef Thomas Strobl soll nun federführend mit den Grünen sondieren, ob eine Neuauflage der grün-schwarzen Koalition möglich ist. Die Entscheidung, ihm dieses Mandat zu geben, sei einhellig gewesen, hieß es. Die Grünen könnten aber auch ein Ampel-Bündnis mit SPD und FDP bilden. Strobl bestätigte gegenüber dem SWR, dass er die Verhandlungen "vollumfänglich" führen solle.

Landwirtschaftsminister Peter Hauk forderte nach den herben Verlusten seiner CDU eine personelle Erneuerung der Partei. "Wir werden neue Köpfe brauchen", sagte Hauk. Ein einfaches "Weiter so" werde es auf Dauer nicht geben können. "Wir haben die Wahl verloren, wir haben unser Ziel nicht erreicht", sagte der Minister.

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Strobl nicht auf der Suche nach Schuldigen

Strobl selbst will nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei keinen Schuldigen suchen. "Es gibt keinen Grund für Schuldzuweisungen", sagte Strobl am Sonntagabend im ZDF. Das Wahlergebnis sei nicht überraschend gekommen, es habe sich vielmehr abgezeichnet. "Die Grünen sind die Ersten, die CDU ist auf dem zweiten Platz." Und dann komme lange nichts.

Dennoch sei klar: "Dieses Wahlergebnis ist eine große Enttäuschung für die CDU Baden-Württemberg. Wir hatten andere Erwartungen", sagte Strobl. Dass die Grünen die Sieger seien, damit müsse man jetzt umgehen.

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"Bitterer Abend" für die CDU

Im CDU-Präsidium sei man sich auch einig gewesen, dass eine Deutschland-Koalition mit SPD und FDP nicht infrage komme, erklärten Teilnehmer der Sitzung übereinstimmend. Bereits zuvor hatte CDU-Generalsekretär Manuel Hagel von einem "ganz bitteren" Abend für die CDU gesprochen.

So bewerteten die Wählerinnen und Wähler die Arbeit Eisenmanns:

CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart versuchte am frühen Abend das Positive in den Zahlen zu sehen. Das Ergebnis sei eine Bestätigung für die Arbeit der grün-schwarzen Regierungskoalition, so Reinhart. "Die Bevölkerung des Landes äußert die höchste Priorität für eine Fortsetzung dieser Koalition", sagte er am Sonntagabend. Es gäbe keine Wechselstimmung. Die CDU sei zu Gesprächen und einer Sondierung bereit.

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