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Die Ausschreitungen in Washington haben auch im Land Entsetzen ausgelöst. Landtagspräsidentin Aras schrieb, die Bilder zeigten, wohin Verschwörungsideologien führten. Auch der scheidende Präsident Trump wurde scharf kritisiert.

Landespolitiker haben sich schockiert gezeigt über die Ausschreitungen am Kongress in den USA. Baden-Württembergs Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) schrieb beim Kurznachrichtendienst Twitter, die "Bilder am Capitol zeigen uns, wohin Verschwörungsideologien und der Ruf nach autoritärer Herrschaft führen: zu Gewalt, zum Versuch, Wahlen zu annullieren und Volksvertretungen zu sabotieren". Daraus müssten Demokratinnen und Demokraten überall ihre Lehren ziehen.

Bilder vom #Capitol zeigen uns, wohin Verschwörungsideologien und der Ruf nach autoritärer Herrschaft führen: zu Gewalt, zum Versuch, Wahlen zu annulieren und Volksvertretungen zu sabotieren. Daraus müssen Demokrat*innen überall ihre Lehren ziehen #keinMillimeternachrechts https://t.co/CFZb9e1jBB

Justizminister Wolf: Trump Auslöser für die Gewalt

Justizminister Guido Wolf (CDU) teilte am Donnerstag in Stuttgart mit, die Bilder aus Washington müssten uns alle bestürzen. "Wenn das Kapitol, in den Vereinigten Staaten das Symbol für die Demokratie, gewaltsam erstürmt wird, um Mehrheitsentscheidungen zu verhindern, ist das die schwärzeste Stunde der modernen amerikanischen Demokratie." Die Geschehnisse der vergangenen Nacht seien ein weiterer Beleg dafür, dass aus Worten und verbalem Hass auch Taten und Gewalt folgten. Zudem griff der Justizminister den scheidenden Präsidenten Donald Trump an:  Mit seinen vor allem auch in den sozialen Medien ständig wiederholten Unwahrheiten sei Trump der Auslöser für die Gewalt im und um das Kapitol. Das Verhalten Trumps in diesen Tagen sei ein historisch schändliches, so Wolf.

Stoch: Populismus und Nationalismus "brandgefährlich"

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Andreas Stoch, zeigte sich auf Twitter verstört von den Bildern aus Washington. Spätestens jetzt müsse jeder erkennen, wie brandgefährlich Populismus und Nationalismus für die Demokratie überall auf der Welt seien, teilte er mit.

Verstörende Bilder aus #WashingtonDC. Spätestens jetzt muss doch jede/r erkennen, wie brandgefährlich Populismus und Nationalismus für unsere Demokratie überall auf der Welt ist. #capitol #trump

Antisemitismus-Experte warnt vor Radikalisierung in Deutschland

Die Bilder vom Sturm auf das US-Kapitol können aus Sicht des baden-württembergischen Antisemitismusbeauftragen Michael Blume radikalisierende Wirkung auch auf die Szene rund um die Corona-Proteste in Deutschland haben. Die Verschwörungsbewegung in den USA sei ganz ähnlich zu der in Deutschland, auch wenn die Gefahr derzeit geringer sei, sagte Blume der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Freitag).

"Ich erinnere daran, dass wir bei uns im Sommer einen versuchten Sturm auf den Reichstag hatten", sagte er. "Wenn Verschwörungsgläubige das Gefühl haben, die Polizei weicht zurück, der Rechtsstaat weicht zurück, dann glauben sie, dass sie kurz vor dem Sieg stehen. Das heißt also, solche Bilder wie jetzt aus Washington radikalisieren die Leute wirklich", sagte Blume.

Trump-Unterstützer stürmen US-Kapitol

In der US-amerikanischen Hauptstadt waren am Mittwoch (Ortszeit) Proteste wütender Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump eskaliert und hatten das politische Zentrum der USA zeitweise in beispielloses Chaos gestürzt. Nach einer aufstachelnden Rede Trumps marschierten dessen Unterstützer vor dem Kapitol auf, dem Sitz des US-Parlaments, um gegen die Zertifizierung der Präsidentschaftswahlergebnisse zu protestieren. Randalierer stürmten das Kongressgebäude. Die beiden Kongresskammern mussten ihre Sitzungen unterbrechen, Parlamentssäle wurden geräumt, Abgeordnete in Sicherheit gebracht. Bei den Unruhen kamen nach Polizeiangaben vier Menschen ums Leben.

Kongress bestätigt Wahl Joe Bidens

Erst Stunden später nahm der Kongress seine Beratungen demonstrativ wieder auf und bestätigte die Wahl des Demokraten Joe Biden zum nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten formell. Bei der Abstimmung erreichte Biden die erforderlichen 270 Wahlleute.

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