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Die Impfzentren in Baden-Württemberg müssen nach der Neuregelung der Zweitimpfungen umorganisieren. Das bedeutet viel Aufwand. Die Lösungen sehen ganz unterschiedlich aus.

Die Neuregelung der Zweitimpfungen, die das baden-württembergische Sozialministerium am Dienstag bekannt gegeben hat, bedeutet großen organisatorischen Aufwand für die Impfzentren im Land. Unter der Bedingung, "dass der von der STIKO (Ständigen Impfkommission) empfohlene Impfabstand eingehalten wird und dass in den Impfzentren vor Ort ausreichend mRNA-Impfstoff vorhanden ist", sollten alle Zweitimpftermine nach dem 19. Juli vorgezogen werden können, erklärte das Ministerium. Die Impfzentren würden "in den kommenden Tagen zum jeweiligen Vorgehen informieren." Dort muss nun rasch umgeplant werden.

Ulm will neue Ersttermine für schnellere Zweitimpfung

Wer sich beispielsweise im Impfzentrum Ulm die zweite Spritze abholen will, muss über die zentrale Impfterminvergabe telefonisch oder online einen neuen Ersttermin dort buchen: "Das ist die Lösung, für die wir uns entschieden haben", sagte der medizinische Leiter des Impfzentrums, Bernd Kühlmuß. "Wir ändern dann vor Ort den neuen Ersttermin in einen Zweittermin."

Laut Kühlmuß sind bereits in den vergangenen Wochen viele Menschen so verfahren, um schneller vollständig geimpft zu sein. Er könne das Vorgehen nachvollziehen. Viele wollten schneller geschützt sein oder schneller ihre gewohnten Freiheiten zurückerlangen. Dagegen sei auch nichts einzuwenden. Wenn der reguläre Zweittermin aber nicht abgesagt werde, sei das unsozial gegenüber anderen Impfwilligen und koste die Steuerzahler eine Menge Geld wegen der Vorhaltekosten, kritisierte Kühlmuß.

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Impfzentrum Ehingen organisiert Sonderimpftage

In Ehingen im Alb-Donau-Kreis können sich Impfwillige an Sonderimpftagen ihre zweite Spritze abholen. Dazu sollen sie sich telefonisch unter 0174-28 36 853 oder online unter www.ehingen.impfanmeldung.com anmelden.

Ohne Termin kann in Ummendorf nachgeimpft werden

"Wer seinen Termin vorziehen möchte, kann von Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 17 Uhr ohne Terminbuchung oder Anmeldung nach Ummendorf (Kreis Biberach) ins Kreisimpfzentrum kommen. Es ist damit zu rechnen, dass aufgrund der hohen Nachfrage Wartezeiten entstehen können", steht auf der Homepage des Landkreises. Den Bürgerinnen und Bürgern wird empfohlen, sich vorher dort zu informieren.

Offene Impftage in Heidelberg

Das Zentrale Impfzentrum im Patrick-Henry-Village und das Kreisimpfzentrum (KIZ) in Heidelberg-Pfaffengrund setzen auf offene Impftage. Bereits am Mittwoch konnten die Menschen im dortigen KIZ spontan vorbeikommen, um sich eine Spritze abzuholen. Allerdings gab es zunächst wenig Resonanz.

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Impfzentrum Waldshut setzt auf Impfzeiten ohne Terminvergabe

Mit gezielten Angeboten und Aktionen will der Landkreis Waldshut seine Impfquote erhöhen und die neue Vorgabe der Landesregierung umsetzen. Der Kreis bietet in seinem Impfzentrum deshalb zu bestimmen Uhrzeiten Impfungen ohne Voranmeldung an. Zudem wurden eine regionale Hotline und eine eigene Anmeldeplattform eingerichtet. Auch Schulen, Vereine und Verbände seien angeschrieben worden und eine Postkartenaktion in neun Sprachen gestartet worden.

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Auch Sulzfeld und Bruchsal-Heidelsheim bieten Zweitimpfung ohne Termin

"Das Zeitfenster für einen vorgezogenen Termin zur Zweitimpfung ist von Montag bis Sonntag von 9 bis 14 Uhr. Eine Terminvereinbarung ist nicht erforderlich." So steht es auf der Internetseite des Kreises Karlsruhe für die Impfzentren in Sulzfeld und Bruchsal-Heidelsheim.

Noch haben nicht alle Impfzentren in Baden-Württemberg entschieden, wie sie die neue Vorgabe der Landesregierung umsetzen werden. Alle weisen aber dringend darauf hin, dass die Impfwilligen ihre bisherigen Termine absagen sollten, um den Zentren zusätzlichen Aufwand und Kosten zu ersparen und weiteren Menschen eine Impfung zu ermöglichen.

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