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Hunderttausende Muslime in Baden-Württemberg begehen ab Dienstag den Fastenmonat Ramadan - wieder unter Corona-Bedingungen. Für größere Feiern sei nicht die richtige Zeit, mahnte Gesundheitsminister Lucha.

Kurz vor Beginn des Fastenmonats hat Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) allen Musliminnen und Muslimen, trotz der schwierigen Umstände, einen "gesegneten Ramadan" gewünscht. Gleichzeitig mahnte er jedoch, dass die Corona-Beschränkungen unbedingt beachtet werden müssten. "Auch in diesem Jahr gilt während des Fastenmonats wieder der eindringliche Appell, Kontakte auf das absolut notwendigste zu reduzieren und die Hygieneregeln weiter konsequent einzuhalten", so Lucha.

Lucha: "Nicht die Zeit für größere Feiern"

Die Corona-Pandemie stelle viele religiöse Menschen vor große Herausforderungen - "auch im Islam, der selbstverständlich zu Deutschland und natürlich Baden-Württemberg gehört", sagte, der Gesundheistminister, der gleichzeitig das Amt des Sozial- und Integrationsministers inne hat. Es sei leider nach wie vor nicht die Zeit für größere Feiern und geselliges Beisammensein.Der Ramadan gilt als die Zeit der inneren Einkehr aber auch die der Begegnung. Das gemeinschaftliche Fastenbrechen am Abend sowie das Beten in der Moschee spielen im heiligen islamischen Monat eine wichtige Rolle.

Landesbischöfe senden Grußbotschaften

Auch der badische evangelische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh erklärte in einer Grußbotschaft, er wünsche allen Musliminnen und Muslimen im Land eine stärkende Fastenzeit. "Mögen die kommenden Wochen des Fastens und des Gebets Sie stärken", schrieb er in der am Montag in Karlsruhe veröffentlichten Grußwort. Die christlichen und muslimischen Gemeinschaften seien verbunden im "Vertrauen auf göttlichen Trost und Segen", so der evangelische Theologe. Bereits am Freitag hatte der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, an die gemeinsame Verantwortung von Muslimen und Christen in der Corona-Pandemie erinnert. "Sie in den Moscheen und wir in den Kirchen tragen Einschränkungen um der Gesundheit und des Wohls aller willen", schrieb July in einem Gruß.

Mehr als eine halbe Million Musliminnen und Muslime im Land

Viele der rund 600.000 Musliminnen und Muslime in Baden-Württemberg begehen ab morgen den Fastenmonat Ramadan. Bis zum 12. Mai werden Muslime zwischen dem Beginn der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang fasten – täglich rund 16 Stunden. Ausnahmeregelungen gibt es für Kranke, Alte, Schwangere oder Stillende, Kinder und körperlich schwer Arbeitende. Am Ende der vierwöchigen Fastenzeit feiern die Gläubigen ein dreitägiges Fastenbrechen (Eid al-Fitr), auch "Zuckerfest" genannt.

Karlsruhe

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