Eine Grafik zeigt ein Haus, in das giftiges Radon über den Keller in die Innenräume eindringt. (Foto: SWR)

Umweltministerium bestimmt Vorsorgegebiete

Krebserregendes Radon - 29 Gemeinden im Schwarzwald unter Beobachtung

STAND

Mehrere Gemeinden im mittleren und südlichen Schwarzwald sollen wegen der Radon-Belastung überwacht werden. Das hat die baden-württembergische Umweltministerin Walker angekündigt.

Die betroffenen Gemeinden liegen im Regierungsbezirk Freiburg und verteilen sich auf sechs Landkreise: Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach, Ortenau, Rottweil, Schwarzwald-Baar und Waldshut. In der Liste des baden-württembergischen Umweltministeriums sind alle 29 Orte angegeben.

Vorsorgegebiete: Radon-Belastung in Gebäuden messen

Ab Mitte Juni werden diese Gemeinden zu Radon-Vorsorgegebieten. Dadurch sollen Menschen, die dort leben und arbeiten, besser vor Gesundheitsrisiken geschützt werden.

Für Arbeitgeber bedeutet das, dass sie in Erd- und Kellergeschossen die Radon-Belastung messen und gegebenenfalls bei erhöhten Werten Vorsorgemaßnahmen treffen müssen - es gilt der gesetzliche Referenzwert von im Jahresmittel 300 Becquerel Radon pro Kubikmeter Atemluft. Neue Häuser müssen in Radon-Vorsorgegebieten so gebaut werden, dass Radon nicht oder zumindest nur sehr schwer in das Gebäude eindringen kann.

Lüften als Erst-Maßnahme gegen Radon

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt: Ist zu viel Radon im Haus, hilft es als Erstmaßnahme, regelmäßig und intensiv zu lüften. Auch das Absaugen radonhaltiger Bodenluft unter oder neben dem Gebäude kann helfen, ebenso der Einbau technischer Lüftungsanlagen.

Gesundheit So gefährlich ist Radon

Bis Ende 2020 muss Baden-Württemberg sogenannte Radon-Vorsorgegebiete ausweisen. Dort ist die Belastung mit Radon so hoch, dass Menschen unter bestimmten Umständen an Krebs erkranken können.  mehr...

Radon-Konzentration je nach Region unterschiedlich

Baden-Württembergs Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) betonte, die Festlegung der Vorsorgegebiete bedeute jedoch nicht, dass der Wert in jedem Gebäude tatsächlich zu hoch sei - doch die geschätzte Wahrscheinlichkeit sei dort ungefähr dreimal höher als im bundesweiten Durchschnitt.

Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt schon seit Jahrzehnten vor Radon und seinen Gefahren. Noch steht allerdings gar nicht fest, wie hoch die Radonbelastung in vielen Region überhaupt ist. In der norddeutschen Tiefebene sind die Radon-Konzentrationen meist niedrig - dagegen ist die Belastung in den meisten Mittelgebirgen, im Alpenvorland und in Gegenden mit Gesteinsmoränen der letzten Eiszeit eher höher.

Mehr zum Thema

Belastung mit Radon Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor dauerhaftem Homeoffice im Keller

Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt davor, die Zeit im Homeoffice dauerhaft in Kellerräumen zu verbringen. Der Grund ist eine mögliche Belastung mit dem Gas Radon.  mehr...

Gesundheit So gefährlich ist Radon

Bis Ende 2020 muss Baden-Württemberg sogenannte Radon-Vorsorgegebiete ausweisen. Dort ist die Belastung mit Radon so hoch, dass Menschen unter bestimmten Umständen an Krebs erkranken können.  mehr...

Maßnahmen zeigen Wirkung Erste Erfolge gegen krebserregende Radon-Belastung in Heidenheim

Die Maßnahmen gegen eine erhöhte Radon-Belastung in einigen Gebäuden in Heidenheim zeigen Wirkung. Das hat ein Sprecher der Stadt mitgeteilt. Trotz des ersten Erfolgs wird nun weiter gemessen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN