Eine Spritze vor einem Omicron-Schild (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/SOPA Images via ZUMA Press Wire | Pavlo Gonchar)

Sorge vor Ausfällen in kritischer Infrastruktur

Verkürzte Corona-Quarantäne: BW wartet auf RKI-Bewertung

STAND

Die Corona-Variante Omikron bedroht die kritische Infrastruktur. Die Landesregierung BW erwartet nun eine RKI-Empfehlung, ob Quarantänefristen verkürzt werden sollten.

Die Corona-Variante Omikron könnte zu weitreichenden Ausfällen von Personal in kritischen Bereichen des öffentlichen Lebens führen. In Bund und Ländern wird deshalb diskutiert, Quarantänefristen für Berufsgruppen wie Polizei und Feuerwehr zu verkürzen. Eine entsprechende Empfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI) wird im Laufe der Woche erwartet. Die Landesregierung in Baden-Württemberg will sich an dieser Bewertung orientieren, wie sie dem SWR mitteilte.

Ausnahmen der Corona-Quarantäne-Regeln im Einzelfall denkbar

Sollte es wissenschaftliche Kriterien für kürzere Quarantänefristen geben, werde sich auch die Ministerpräsidentenkonferenz am Freitag damit befassen, teilte das Gesundheitsministerium auf SWR-Anfrage mit. Das RKI habe bereits bei früheren Corona-Wellen für Beschäftigte der kritischen Infrastruktur Ausnahmen bei den Quarantäneregeln empfohlen. Diese Empfehlung sei allerdings aufgehoben worden, als Impfstoffe zur Verfügung standen, so ein Ministeriums-Sprecher gegenüber dem SWR. Nun wolle man die aktualisierte Bewertung des RKI abwarten. Soweit im Einzelfall erforderlich, könnten allerdings auch Ausnahmen von Quarantäneregelungen durch das Gesundheitsamt getroffen werden.

Die Landesregierung sieht Baden-Württemberg für die Omikron-Welle gut gerüstet:

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Das RKI empfiehlt derzeit bei einer Ansteckung mit der Omikron-Variante, dass sich Infizierte und ihre Kontaktpersonen für 14 Tage isolieren beziehungsweise in Quarantäne begeben sollen. Das schließt auch Geimpfte und Genesene ein.

Länder reagieren auf Omikron-Variante

Mehrere Länder in Europa haben wegen der hochansteckenden Omikron-Variante inzwischen die Quarantäne verkürzt, um Personalengpässe in den Bereichen Grundversorgung und Sicherheit zu verhindern. In Frankreich gelten seit Montag, 3. Januar, neue Quarantäne-Fristen. Vollständig Geimpfte müssen im Fall einer Infektion nur noch sieben Tage in Quarantäne. Nach fünf Tagen ist es möglich, sich freizutesten. Die spanische Regierung hatte die Quarantäne für Infizierte von zehn auf sieben Tage herabgesetzt.

Derzeit steigen die Corona-Zahlen im Land:

Corona-Quarantäne versus Isolation

Eine Quarantäne ist immer dann erforderlich, wenn ein Ansteckungsrisiko besteht - etwa bei Kontakt mit Infizierten oder nach Rückkehr aus einem Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet. Von einer Isolierung wird gesprochen, wenn das Coronavirus bereits per positivem PCR-Testergebnis nachgewiesen ist.

Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den Corona-Vorschriften:

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STIKO-Chef Mertens sieht mögliche Quarantäne-Verkürzungen kritisch

Der Chef der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, hat sich im Gespräch dem SWR kritisch gegenüber einer Verkürzung der Quarantäne-Fristen ausgesprochen. Aus virologischer Sicht seien fünf Tage zu kurz. Mertens hält mindestens sieben Tage Quarantäne für angemessen. Laut dem STIKO-Chef müsse man aber abwägen, wenn das Personal in Krankenhäusern knapp werden sollte. Wann die Omikron-Welle Deutschland mit voller Wucht treffe, lasse sich nicht sagen. Mertens erwartet gegen Ende der Woche aussagekräftige Zahlen.

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Corona-Beratungen am Freitag

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder wollen an diesem Freitag über das weitere Vorgehen zum Start ins Jahr beraten. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte Beschlüsse unter anderem zu möglichen zusätzlichen Kontaktbeschränkungen und zu Quarantäneregelungen in Aussicht gestellt. Zunächst soll an diesem Dienstag der Expertenrat der Bundesregierung beraten, wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Montag in Berlin mitteilte.

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