Das Volkswagen-Logo ist am Porsche-Firmensitz in Stuttgart-Zuffenhausen vor einem Gebäude mit einem Porsche Schriftzug zu sehen.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)

Jahrelanger Rechtsstreit

Prozess um VW-Übernahme durch Porsche: Gericht weist Anleger-Klage zurück

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Im Prozess um die geplatzte Übernahme von VW durch Porsche haben die Kläger eine Niederlage kassiert. Ein Gericht wies die milliardenschweren Schadensersatzforderungen zurück.

Im jahrelangen Rechtsstreit um die gescheiterte Übernahme von Volkswagen durch Porsche hat das Oberlandesgericht Celle die Forderungen von Anlegern auf milliardenschweren Schadensersatz zurückgewiesen. Damit hat die Musterfeststellungsklage laut dem Richter keinen Erfolg.

Insbesondere die Mitteilung der Porsche SE vom 26. Oktober 2008, mit der die Holding erklärt hatte, sich durch Käufe und Optionsgeschäfte bereits fast drei Viertel an Volkswagen gesichert zu haben, sei nicht grob irreführend oder falsch gewesen, sagte der Richter.

Vor zehn Jahren hatte die Porsche Holding versucht, den wesentlich größeren VW-Konzern zu übernehmen. Die Übernahme scheiterte aber. Im Zuge dessen verloren Anlegerinnen und Anleger viel Geld.

Beschwerde gegen das Urteil erwartet

Die Holdinggesellschaft Porsche SE, über die die Familien Porsche und Piech die Mehrheit an Volkswagen halten, begrüßte das Urteil. "Wir sehen uns in unserer Rechtsauffassung bestätigt. Für die Porsche SE ist das ein wichtiger Etappensieg", sagte ein Sprecher. Es wird erwartet, dass die Klägerinnen und Kläger Beschwerde gegen das Urteil beim Bundesgerichtshof einlegen werden.

Kläger: Porsche hat wahren Absichten verschleiert

Das Gericht hatte bereits zu Prozessbeginn im Oktober 2017 Zweifel an möglichen Schadenersatzansprüchen zu erkennen gegeben. Es sah in den von den klagenden Hedgefonds und Privatanlegern vorgebrachten Argumenten keine Anhaltspunkte für eine bewusste Irreführung der Anleger durch den VW-Haupteigner Porsche SE. Fonds und Einzelkläger halten dem Management vor, seine wahren Absichten verschleiert und sich an Volkswagen herangeschlichen zu haben, um den sehr viel größeren Wolfsburger Autobauer unter ihre Kontrolle zu bringen. Erst mit einer Mitteilung am 26. Oktober 2008 sei klar geworden, was die Stuttgarter im Schilde führten.

Damals legte die Porsche SE offen, dass sie sich bereits fast drei Viertel an Volkswagen gesichert hatte. Dadurch wurden Anlegerinnen und Anleger, die mit Leerverkäufen auf sinkende Kurse gesetzt hatten, auf dem falschen Fuß erwischt. Der Kurs der VW-Aktie sprang damals auf über 1.000 Euro je Anteilschein und machte den Wolfsburger Autobauer kurzzeitig zum teuersten Unternehmen der Welt.

Später platzte der Übernahmeversuch, weil die Finanzkrise den Käufern einen Strich durch die Pläne machte und die Porsche SE unter den Schulden zusammenzubrechen drohte. Volkswagen drehte den Spieß um und übernahm den gleichnamigen Sportwagenbauer. Die Kläger machten Kursverluste von 5,4 Milliarden Euro geltend.

Der Prozess vor dem Oberlandesgericht Celle hat sich vor allem wegen zahlreicher Befangenheitsanträge der Kläger jahrelang hingezogen. Hinzu kamen mehrere Unterbrechungen durch die Corona-Pandemie.

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