Das Logo der Internetseite "Impfterminradar" wird in einem Browserfenster auf einem PC-Bildschirm dargestellt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Bernd Weissbrod)

Anbieter wollen bei Terminfindung helfen

Ministerium sieht private Portale für Corona-Impftermine kritisch - und will selbst nachbessern

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In Baden-Württemberg online einen Corona-Impftermin zu bekommen ist nach wie vor schwierig. Private Anbieter wollen jetzt bei der Suche helfen. Das sieht das Land gar nicht gerne und will das eigene Portal verbessern.

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Um die Suche nach einem der weiter knappen Corona-Impftermine zu erleichtern, haben inzwischen mehrere private Anbieter eigene Internetportale geschaltet. Mit einer Übersicht über die Impfzentren und die dort freien Termine wollen sie so einen Mehrwert zum offiziellen Portal impfterminservice.de der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bieten. Dort muss stets ein Impfzentrum ausgewählt werden - ein Überblick über mehrere Impfzentren, und so etwa über freie Termine beim Impfzentrum nebenan, ist nicht möglich. Mehrere Portale wollen diese Lücke schließen und leiten den Suchenden über einen Link direkt zur Buchung beim Impfzentrum weiter.

Software-Entwickler baut eigenes Suchportal für Impftermine

So zum Beispiel die Seite "Impfterminradar" des Stuttgarter Software-Entwicklers Matthias Nösner. Seine Seite sei aus der Praxis heraus entstanden, als er für jemanden aus seiner Familie auf der Suche nach einem Impftermin gewesen sei. Da er das offizielle Portal nicht bedienerfreundlich genug fand, legte Nösner schließlich selbst Hand an. "Ich habe mir die Seite angeschaut und überlegt, welche Daten man wo abgreifen muss", erklärte der Stuttgarter.

Kurz bevor sein Portal fertig war, sperrte die KBV allerdings Drittanbieter aus und kappte den Zugang zu Daten der Impfzentren. Dass Drittanbieter ausgesperrt wurden, begründet der Sprecher der KBV, Florian Fuhrmann, mit der Abwehr von Hackerangriffen. Dem könnten auch Dienstleister für Impfterminportale zum Opfer fallen. Für mehrere andere Anbieter solcher Portale, darunter Medienhäuser, war der damit verbundene Aufwand zu groß. Nösner fand einen Weg um die Sperre herum, "ohne das System übermäßig zu belasten", wie er sagte.

Zum Start der telefonischen Termin-Vergabe für Corona-Impfungen ist ein Telefon mit der Telefonnummer 116117 der Kassenärztlichen Vereinigungen vor einer Internetseite zu sehen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul)
Impftermine über die Hotline oder das Onlineportal zu bekommen ist oft mühsam - private Anbieter wollen bei der Suche helfen. picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

Nösner zufolge suchen im Schnitt zwischen 100 und 200 Menschen pro Sekunde auf seiner Seite nach einem Impftermin. Viele Nutzer schrieben ihm Mails und zeigten sich dankbar für die Übersicht. Die Kosten für den Betrieb und die Entwicklung der Webseite trägt Nösner laut eigenen Angaben selbst.

Ministerium sieht private Portale für Corona-Impfungen kritisch

Beim Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg sieht man solche Portale durchaus kritisch. Die Aussagekraft sei bisher nur eingeschränkt gegeben, teilte Sprecher Pascal Murmann mit. Zudem entsprächen die Ergebnisse nicht immer der tatsächlichen Situation, da etwa Terminpaare nicht korrekt erkannt würden.

Auch aus Sicht von KV-Digital, die die offizielle Webseite für die KBV betreut, sind die zusätzlichen Impfterminportale keine Alternative, sondern am ehesten eine Ergänzung, wie Sprecher Florian Fuhrmann mitteilte. Diese könnten bei der Suche nach Impfterminen durchaus helfen. Es sei aber zu befürchten, dass deren Ergebnisse nicht immer korrekt seien.

Land will offizielles Terminportal verbessern

Bald könnten private Anbieter wie der Stuttgarter Software-Entwickler Matthias Nösner allerdings Konkurrenz vom Original bekommen: Das Land Baden-Württemberg habe sich beim Bundesgesundheitsministerium dafür eingesetzt, auf dem offiziellen Portal ebenfalls eine bessere Übersicht über Impfzentren und verfügbare Termine zu bieten, hieß es vom Gesundheitsministerium.

Auch von KV-Digital heißt es, die Darstellung sei technisch kein Problem, bislang seien aber andere Entwicklungen priorisiert worden. Ein weiterer Grund: Einige Verantwortliche in den Ländern hätten Sorge vor Impftourismus zwischen den Regionen, so Sprecher Fuhrmann.

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