Zwei Wölfe in einem Wald (Foto: SWR)

Grünen-Positionspapier der Landtagsfraktion Auffällige Wölfe "schnell und unbürokratisch" abschießen

In einem Positionspapier bekräftigen die Grünen ihre Haltung in Sachen "Wolf". Ein Abschuss soll unter bestimmten Bedingungen möglich sein, der Bejagung erteilen sie jedoch eine klare Absage.

Laut den Grünen im baden-württembergischen Landtag sollen auffällige Wölfe "schnell und unbürokratisch" abgeschossen werden können. Das geht aus einem am Sonntag veröffentlichten Positionspapier hervor. Die Jagd auf die Tiere lehnt die Fraktion allerdings weiterhin ab. Eine Aufnahme des Wolfes ins Jagd- und Wildtiermanagementgesetz sei nicht zielführend, heißt es in dem Papier.

"Wolfsverordnung" für mehr Rechtssicherheit

"Oberste Priorität für uns hat der Schutz von Menschen und Weidetieren", erklärte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Thekla Walker. Weidetierhalter und Landwirte sollten dabei bestmöglich unterstützt werden. Eine sogenannte Wolfsverordnung könne demnach Rechtssicherheit schaffen, wenn es um Schadensausgleich bei gerissenen Tieren oder den Abschuss problematischer Wölfe geht. Die Maßnahmen sollen in einem "Managementplan Wolf" koordiniert werden.

Anders als die Grünen befürwortet deren Regierungspartner CDU die Jagd. Es brauche nicht nur Geld für den Schutz von Weidetieren, sondern auch die Erlaubnis zur Regulierung des Wolfsbestands, forderte bereits Ende November der naturschutzpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Raimund Haser.

SPD kritisiert Landesregierung

Die SPD warf den Regierungsparteien vor, in der Wolf-Frage zerstritten zu sein. "Während die CDU Hysterie schürt, beharren die Grünen auf Maximalpositionen beim Artenschutz", kritisierte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Reinhold Gall. "Wie so oft und wie bei vielen Themen sind die Regierungsfraktionen auch beim Thema Wolf völlig unterschiedlicher Meinung." Das Land brauche praxistaugliche Regelungen für Schäfer und Landwirte bei der Schadensregulierung und für Jäger für den Fall, wo Wölfe zu einer echten Gefahr für Menschen werden, so Gall.

Bislang gelten erst zwei Wölfe gesichert als in Baden-Württemberg heimisch. Wölfe sind durch EU-Regelungen und das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt.

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