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Die Polizei hat in der Nacht von Samstag auf Sonntag in vielen Städten Baden-Württembergs gut zu tun gehabt, um der Feiernden Herr zu werden. In mehreren Städten musste sie geltende Aufenthaltsverbote durchsetzen.

Wieder einmal musste die Polizei in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Heidelberg ausrücken, weil die Situation auf der Neckarwiese ungemütlich zu werden drohte. Bis 21:30 Uhr waren dort rund 1.500 Menschen zusammengekommen, um die Sommernacht im Freien zu genießen. Etwa hundert von ihnen hatten laut Polizei zuviel getrunken und wurden zunehmend aggressiv. Sie zündeten Pyrotechnik und beleidigten die Polizisten.

Die Wiese am Heidelberger Neckarufer (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Uwe Anspach)
Hier trifft man sich in Heidelberg, wenn man jung ist - die Neckarwiese (Archivbild) Uwe Anspach

Die reagierten, indem sie die Neckarwiese räumten. Dazu wurde die sogenannte "Stresserbeleuchtung" eingeschaltet - hohe Lichtmasten, mit deren Hilfe das Gelände taghell ausgeleuchtet wird. Bis wirklich alle die Wiese verlassen hatten, war es eine halbe Stunde vor Mitternacht. Während der Räumung flogen Flaschen auf die Beamten, außerdem kam es laut Polizeibericht zu "üblen Beleidigungen". eine Person wurde festgenommen.

Viele der Feiernden zogen nach der Räumung weiter in die Heidelberger Innenstadt. Dort mussten die Ordnungshüter ebenfalls immer wieder eingreifen, um zu verhindern, dass sich Gewalt unter den Ange- und Betrunkenen entlädt. Zwei Personen wurden festgenommen. Das gelang aber nur mit Hilfe einer Polizeikette, weil sich hunderte mit den Festgenommenen solidarisierten und aggressiv verhindern wollten, dass diese abtransportiert werden.

Feiernde in Mannheim weitgehend friedlich

In Mannheim wurde zwar auch draußen und laut gefeiert auf der Neckarwiese, im Jungbusch und auf dem Quartiersplatz, hier war die Polizei aber nicht gefordert. Im Gegensatz zur Wasserturmanlage. Nach dem Ende der Achtelfinalspiele der Europameisterschaft bildete sich hier ein Autokorso aus 500 Fahrzeugen, außerdem feierten nach Polizeiangaben rund 800 Fußgänger den Mannschaftssieg.

Eine zerbrochene Flasche am Stuttgarter Schlossplatz. Die Polzei hat am Freitagabend erneut Feiern in BW aufgelöst. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)
Immer wieder Flaschenwürfe gegen die Polizisten, die versuchen, für Ruhe und Ordnung zu sorgen (Archivbild) picture alliance/dpa | Christoph Schmidt

Deshalb sperrte die Polizei kurzfristig einige Straßen, damit der Auto- und Menschenauflauf nicht noch größer wird. Nach Mitternacht gab es auch hier - wie in Heidelberg - Pyrotechnik und Flaschenwürfe, ein Polizist wurde leicht verletzt. Drei Personen erhielten einen Platzverweis, weil sie versucht hatten, den abgesperrten Wasserturm zu besteigen.

Autokorso und Feiernde auch in Karlsruhe

Etwas kleiner als in Mannheim war der Autokorso der italienischen Fußballfans in Karlsruhe. 120 Autos zogen eine Stunde lang lautstark durch die Innenstadt, bis der Zug aufgelöst werden konnte. Unter den vielen friedlich Feiernden in den Grünanlagen gab es auch kleinere Gruppen stark alkoholisierter Jugendlicher und junger Erwachsener, die sich zunehmend aggressiver verhielten. Als die Polizei sie aufforderte zu gehen, zogen sie in die Innenstadt.

Personen gehen durch den Karlsruher Schlossgarten. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uli Deck)
Der Schlossgarten in Karlsruhe wurde Samstagabend geräumt und dann geschlossen (Archivbild) picture alliance/dpa | Uli Deck

Als dort der Schlossgarten um 22 Uhr geschlossen und geräumt wurde, marschierten sie Richtung Schlossvorplatz und Marktplatz und pöbelten dort weiter. Um sie kontrollieren zu können, musste sogar kurzzeitig der Straßenbahnverkehr in der Kaiserstraße gestoppt werden. Der Einsatz dauerte bis zum frühen Morgen, die Polizei vermeldete aber keine größeren Störungen und Gewaltdelikte.

Jubel in Ulm über den 2:1-Sieg der Italiener bei der EM

In Ulm freuten sich etwa 500 Fans der itaienischen Mannschaft über den Sieg der Tifosi und feierten friedlich in der Innenstadt.

Frauen, Männer und Kinder italienischer Herkunft schwenken nach dem EM-Sieg gegen Österreich Fahnen und feiern vor dem Ulmer Rathaus. (Foto: Thomas Heckmann)
Rund 500 Italienerinnen und Italiener feiern ausgelassen vor dem Ulmer Rathaus und mit einem Autokorso. Die Polizei sperrte kurzfristig die Neue Straße für den Verkehr zum Schutz der Feiernden. Thomas Heckmann

Keine größeren Vorkommnisse in Stuttgart

In der Nacht von Samstag auf Sonntag galt in Stuttgart zum ersten Mal ab Mitternacht ein Aufenthaltsverbot für zwei beliebte Treffpunkte - den Marienplatz und den Feuersee. Die Polizei überwachte die Einhaltung. Mithilfe von Lautsprecherdurchsagen gelang es, die Plätze bis 0:10 Uhr zu räumen.

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Viele Feiernde zogen daraufhin in die Innenstadt zum Schlossplatz und zum Eckensee, aber auch dort sei es relativ friedlich geblieben, meldet die Polizei. Es habe zwar einige Körperverletzungen gegeben, aber die Zusammenarbeit von Kommunikationsteams und Einsatzkräften habe sich bewährt.

Polizei in der Nacht an Hotspots präsent Nächtliches Aufenthaltsverbot mit Polizeikontrollen in Baden-Württemberg - kaum Zwischenfälle

In der Nacht auf Sonntag galt erstmals in Stuttgart ein nächtliches Aufenthaltsverbot für bestimmte Bereiche. Die Menschen hielten sich weitgehend daran. Auch in Freiburg wurde kontrolliert.  mehr...

Freiburger Glasverbot wurde weitgehend eingehalten

Auch in Freiburg blieb es in der Nacht auf Sonntag relativ ruhig. Einsatzkräfte der Polizei kontrollierten unter anderem auf dem Platz der Alten Synagoge. Dort kamen in der Spitze - etwa um 0 Uhr - schätzungsweise 500 Personen zusammen. Das von der Stadt verfügte Glasverbot wurde weitgehend eingehalten.

Die Stimmung in der Freiburger Innenstadt blieb über weite Strecken friedlich. Zu fortgeschrittener Stunde wurden jedoch vereinzelt Straftaten gemeldet. So soll es nach aktuellem Kenntnisstand der Polizei im Laufe der Nacht zu drei Körperverletzungsdelikten und einer sexuellen Belästigung gekommen sein. Es wurden jeweils Ermittlungen eingeleitet.

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Baden-Württemberg

Auseinandersetzungen mit Polizei am Wochenende Nach Randale in Stuttgart, Heidelberg und Tübingen: Gastronomie-Öffnungen und Verweilverbote gefordert

Hunderte junge Menschen gehen am Wochenende raus, um zu feiern - zunächst friedlich. Dann kommt es in mehreren Städten zu Auseinandersetzungen zwischen Feiernden und der Polizei.  mehr...

Großteil blieb friedlich Viele Feiernde in Karlsruhe - Polizei muss einschreiten

Am Samstagabend waren in der Karlsruher Innenstadt und in Parks wieder viele Feiernde unterwegs. Einige verhielten sich aggressiv, die meisten blieben laut Polizei aber friedlich und verständnisvoll.  mehr...

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