Inklusion in Regel-Kitas: Der Paritätische fordert mehr Plätze für Kinder mit Behinderung (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Andreas Arnold)

Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung

Paritätischer fordert mehr Plätze in Regelkindergärten für Kinder mit Behinderung

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Nur jedes dritte Kind mit Behinderung bekommt laut Paritätischem in BW einen Platz in einem Regelkindergarten. Der Verband fordert deshalb von den Kommunen mehr integrative Plätze.

Die meisten Kinder mit Behinderung können nach Angaben des Wohlfahrtsverbands Der Paritätische Baden-Württemberg nicht in einen Regelkindergarten gehen. Nur 36 Prozent aller Kindertageseinrichtungen böten eine integrative Betreuung an, erklärte der Verband anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember. Gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention habe jedes Kind mit Behinderung einen Anspruch auf einen Platz in einem Regelkindergarten und individuelle Förderung. Allerdings bekomme nur jedes dritte Kind mit Behinderung im Land einen Regelkitaplatz.

"Jede Kita muss alle Kinder aufnehmen können"

Deshalb fordert der Wohlfahrtsverband den flächendeckenden Ausbau der sogenannten inklusiven Kinderbetreuung. Das bedeute, dass jede Kita alle Kinder aufnehmen können und individuelle frühkindliche Förderung, Bildung und Erziehung ermöglichen müsse. Laut Uta-Micaela Dürig, Vorständin Sozialpolitik des Paritätischen, ist es sehr wichtig, dass Kinder mit und ohne Behinderung möglichst von frühester Kindheit an zusammen aufwachsen und gemeinsam eine Kita besuchen.

Dafür seien jedoch eine Personalausstattung mit entsprechend geschulten Teams nötig - sowie Integrationshilfen und eine durch Technik unterstützte Kommunikation. Diese erforderlichen Rahmenbedingungen für eine bessere Inklusion in den Kitas müsse von den Kommunen finanziert werden. Denn eine Beteiligung der Träger führe zwangsläufig zu einer Erhöhung der Elternbeiträge.

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Landesbeauftragte: Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung wichtig

Inklusion brauche Begegnung, betont die Beauftrage der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Simone Fischer. Nur wenn Menschen mit und ohne Behinderung zusammenkommen, könne man voneinander lernen. Dabei spiele Kommunikation für das Gelingen von Inklusion eine zentrale Rolle. "Sie ist die Grundlage für gegenseitiges Verständnis, Austausch zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen und Beziehungsaufbau", erklärt Fischer. Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember findet 2023 unter dem Motto "Kommunikation ohne Grenzen" statt.

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