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Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat in seiner Osterpredigt zu konkreten Hilfen für leidende Menschen aufgerufen - auch anderswo auf der Welt. Beherrschendes Thema in den Predigten war die Corona-Pandemie.

In den Predigten der Bischöfe zu Ostern hat die Corona-Pandemie die tragende Rolle gespielt. Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, bezeichnete die Christen in seiner Ansprache als "Kinder der Hoffnung und des Segens". Sie seien Botschafter des von den Toten auferstandenen Jesus Christus, sagte July laut Predigtmanuskript am Ostersonntag in Auenwald-Oberbrüden (Rems-Murr-Kreis). Ostern mache deutlich: "Die Pandemie, die Todesmächte dieser Welt, der Krieg, der Hass, der Rassismus und die Ausgrenzung, die Gehässigkeit und die Bedrohung, die Lüge und der Terror werden nicht das letzte Wort behalten."

Der Bischof erinnerte an die "absolute Krise", die die Jünger von Jesus Christus nach dessen Tod erlebt hätten. Das leere Grab finde dann aber bis heute seinen Widerhall im Osterruf "Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden".

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Burger: Nicht am Leid verzweifeln, sondern helfen

Zu konkreten Hilfen für leidende Menschen hat der Freiburger Erzbischof Stephan Burger in seiner Osterpredigt aufgerufen. "Das bessere Leben ist nicht nur eine Botschaft an die Notleidenden, um diese zu vertrösten. Das bessere Leben nimmt uns jetzt mit all den Möglichkeiten, die wir haben, in die Pflicht, es hier auf Erden für andere beginnen zu lassen", sagte Burger am Ostersonntag im Freiburger Münster. Dort war die Zahl der Gottesdienstbesucher wegen der Corona-Auflagen begrenzt. Die Feier wurde zusätzlich im Internet übertragen.

Erzbischof Stephan Burger betet während des Pontifikalamtes zum Ostersonntag im Freiburger Münster. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)
Erzbischof Stephan Burger spricht zu den Gläubigen während des Pontifikalamtes zum Ostersonntag im Freiburger Münster. Der Gottesdienst wurde als Livestream ins Internet übertragen. picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth

Der Erzbischof betonte, Christen dürften auf die Hilfe Gottes hoffen, Elend und Not zu überwinden. Während die Corona-Pandemie hierzulande das Leben bedrücke, verstärke sie in bereits gezeichneten Regionen das vorhandene Elend noch mehr. Er erinnerte an das Leid der Menschen in Syrien, Myanmar, im äthiopischen Bürgerkrieg oder an die Situation von Flüchtlingen an den EU-Grenzen. Burger appellierte, sich nicht entmutigen zu lassen. Im Vertrauen auf Gott könnten Niedergeschlagenheit, Depression und Frust überwunden werden.

Bischof Gebhard Fürst: Gemeinschaft drohe Schaden zu nehmen

"Ostern ermutigt uns, dem Leben zu trauen, weil Gott es mit uns lebt", sagte der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst in einer Video-Ansprache zu Ostern. Es falle in der aktuellen Pandemie außerordentlich schwer, hoffnungsvoll zu bleiben. "Denn das Virus und die Folgen der Krise treffen viele sehr persönlich." Außer der Angst vor Krankheit und Tod drohe die Gemeinschaft Schaden zu nehmen. Aus Angst vor dem Virus würden wir Gefahr laufen, uns voneinander abzuschotten und uns hinter unseren Ängsten zu verbarrikadieren.

Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh betonte in seiner Ansprache: "Die Liebe Gottes ist stärker als alle Sorgen, die uns belasten." Jeder sei aufgerufen, die österliche "Botschaft der Hoffnung zu allen zu tragen, die von Ängsten und Sorgen belastet sind". In der Corona-Zeit seien dies vor allem jene Menschen, die erschöpft sind und Sorge um ihre Angehörigen haben.

Kein gemeinsames Singen

Nachdem die "Osterruhe" von der Bundesregierung wieder gekippt wurde, haben viele Ostergottesdienste in Baden-Württemberg trotz Corona als Präsenzveranstaltung stattgefunden - wenn auch unter strengen Regeln. So mussten sich die Besucher vorab anmelden, Abstand halten und Masken tragen. Auch auf das gemeinsame Singen muss laut der baden-württembergischen Corona-Verordnung verzichtet werden.

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