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Das Sturmtief "Sabine" bremste am Montagmorgen zehntausende Pendler und Reisende aus: Mit teilweise orkanartiger Kraft zogen die Böen vor allem über den Schwarzwald - bisher ohne größere Schäden.

"Sabine" hat am Montag für einen chaotischen Morgen gesorgt: Die Züge im baden-württembergischen Regional- und Fernverkehr standen am Morgen landesweit weitgehend still, am Flughafen blieben zahlreiche Maschinen am Boden.

Hier können Sie im Live-Ticker alle aktuellen Entwicklungen zum Sturmtief nachlesen:

Sturm fegte übers Land hinweg Live-Ticker zum Nachlesen - Orkan "Sabine" in Baden-Württemberg

Orkantief "Sabine" ist über Baden-Württemberg hinweggezogen. Flug-, Bahn- und Straßenverkehr waren teils massiv gestört. Windböen deckten Dächer von Kindergärten und Schulen ab.  mehr...

Auf dem Feldberg im Schwarzwald hat es Orkantief "Sabine" mit Böen von mehr als 170 Stundenkilometern stürmen lassen. Um 7 Uhr am Montagmorgen seien dort 177 Stundenkilometer registriert worden, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Montag mit. Der Skibetrieb am Feldberg im Schwarzwald wurde schon am Sonntagmittag eingestellt. Anwohner und Hotelgäste wurden aufgefordert, die Häuser nicht mehr zu verlassen. Der Fährbetrieb auf dem Bodensee ist wegen des Orkantiefs am Montagmorgen vorübergehend eingestellt worden. Aufgrund der hohen Windstärke und den damit verbundenen Wellen sei eine sichere Einfahrt in die Häfen derzeit nicht möglich, teilten die Stadtwerke Konstanz mit.

Die #Kaltfront hat den #Süden erreicht. Dort gibt es weiterhin orkanartige Böen und #Orkanböen (100 bis 120 km/h)! Auch rückseitig der Front bilden sich zahlreiche Schauer und #Gewitter mit teils schweren Sturmböen (um 100 km/h), vereinzelt auch mehr. /V https://t.co/sHxzB0x2cJ

Das Orkantief soll noch stundenlang weiter stürmen. Für die komplette Südhälfte Deutschlands gilt laut DWD die zweithöchste Unwetterwarnstufe, für einige Regionen in Baden-Württemberg und Bayern die höchste. Abgesehen von umgekippten Dixi-Klos, gesperrte Straßen, umgestürzten Verkehrsschilder und Bäumen sind bisher keine größeren Schäden bekannt. Zwar rückte die baden-württembergische Polizei nach Angaben des Lagezentrums im Innenministerium hunderte Male aus. "Aber noch ist alles glimpflich verlaufen", sagte ein Sprecher.

Hauk fordert auf, nicht in den Wald zu gehen

Baden-Württembergs Forstminister Peter Hauk (CDU) warnte am Montag angesichts des Tiefs vor Risiken im Wald:

"Wer jetzt die Wälder betritt, begibt sich in Lebensgefahr."

Peter Hauk (CDU), Forstminister Baden-Württemberg

Landesweit sei es derzeit extrem riskant, weil Bäume umstürzen und Äste oder Baumkronen abbrechen könnten. Aufgrund der zu erwartenden schwierigen Wetterlage teilte das Kultusministerium bereits am Samstag mit: "Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigte können am Montag entscheiden, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar ist. Falls der Weg zur Schule aufgrund extremer Wetterlagen vor Ort nicht zumutbar ist, können Eltern ihr Kind vom Unterricht befreien lassen." Die Schule sei dann aber zu informieren. Vor allem in Südbaden wurde empfohlen, Kinder nicht in die Schule zu schicken.

Wer sagen will, wie stark der Wind weht, zitiert meistens Sir Francis Beaufort. Dabei hat der britische Admiral die nach ihm benannte Skala gar nicht selbst entwickelt, sondern vor allem bekannte Einordnungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verfeinert. Erst der britische Wetterdienst nannte dieses Schema später "Beaufort wind force scale", also Beaufort-Skala. Die Liste reicht von Windstärke 0, bei der quasi keine Luftbewegung zu spüren ist und Rauch aus einem Schornstein gerade nach oben steigt, bis zur Windstärke 12, dem Orkan, der mit einer Geschwindigkeit ab 118 Stundenkilometern schwere Schäden anrichten kann. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Skala nach dem englischen Admiral Sir Francis Beaufort. Picture Alliance

Deutsche Bahn hat den Fernverkehr eingestellt

Die Deutsche Bahn hat schon am Sonntagabend den Fernverkehr eingestellt. Am Montag kommt es weiterhin zu Ausfällen und Einschränkungen, auch im Regionalverkehr. Alle Tickets des Fernverkehrs behielten aber ihre Gültigkeit und könnten bis mindestens zum 18. Februar genutzt werden. Fahrkarten könnten auch kostenfrei storniert werden, so die Bahn in einer Mitteilung.

Am Hauptbahnhof in Karlsruhe sind zahlreiche Bahnreisende aufgrund des Sturmtiefs "Sabine" gestrandet. (Foto: SWR, Rebekka Plies)
Am Hauptbahnhof in Karlsruhe sind zahlreiche Bahnreisende aufgrund des Sturmtiefs "Sabine" gestrandet. Rebekka Plies

Flugverkehr in Stuttgart beeinträchtigt

Der Flughafen in Stuttgart hatte bereits am Wochenende Flüge gestrichen. Nach Angaben eines Sprechers wurden bis zum Montagmorgen insgesamt 40 Starts und 36 Landungen abgesagt. Mit Einschränkungen rechnet der Flughafen aber bis in den Montagnachmittag hinein. Die Airline Eurowings strich fast alle Flüge für die Dauer des Sturmtiefs - auch davon war Stuttgart stark betroffen. Reisende sollten sich am besten auf der Webseite des Flughafens über mögliche Ausfälle und Verspätungen informieren.

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