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Verschiedene Online-Simulatoren aus Baden-Württemberg sollen dabei helfen, die Corona-Krise besser zu verstehen - und im besten Fall sogar einzudämmen. Nutzer können online einen "pandemischen Fußabdruck" berechnen lassen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Drei Stuttgarter versuchen über ihr Tool "Pandemic Footprint Index" (kurz: PFI) aufzuklären. Mit der Online-Software können Internetnutzer ihren eigenen "pandemischen Fußabdruck" bestimmen: "Jeder muss jetzt dazu beitragen, die Corona-Pandemie einzudämmen", so die Erfinder Christian Wolf, Len Werle und Alexander Grimme in einer Pressemitteilung. Durch das Beantworten eines einfachen Fragenkatalogs wird eine Zahl zwischen 0 und 1.000 ermittelt - je niedriger der Wert, desto besser der Fußabdruck.

Bis Donnerstagmittag wurde die Webseite bereits fast 200.000 Mal besucht. "Wir möchten die hohen Besucherzahlen unserer Seite nicht nur dazu nutzen aufzuklären, sondern proaktiv Menschen zu helfen, die in dieser Zeit dringend Hilfe benötigen", so die Stuttgarter. Deshalb sammeln sie mit einer Crowdfunding-Kampagne für den Corona-Notfallhilfefonds des Deutschen Roten Kreuzes. 79 Personen spendeten bereits 1.955 Euro (Stand 20.03.2020, 09:33 Uhr).

Simulieren, wie sich das Virus ausbreitet

Ein anderer Baden-Württemberger gibt Internet-Nutzern mit einem Online-Simulator die Möglichkeit, verschiedene Szenarien der weiteren Ausbreitung des Coronavirus durchzuspielen. Das Tool zeige, wie die Ausbreitung des Virus sich unter verschiedenen Voraussetzungen entwickeln kann, sagte Mitentwickler Martin Eichner, mathematischer Modellierer an der Universität Tübingen. Anhand von Schiebereglern können die Auswirkungen von Maßnahmen wie etwa der starken Einschränkungen von Kontakten in der Bevölkerung beobachtet werden.

Die Grundeinstellung des Simulators spiegle dabei das Worst-Case-Szenario wieder - ohne jegliche Interventionen, die die Ausbreitung des Virus eindämmen sollen. Für verschiedene mögliche Entwicklungen lassen sich Populationsgröße, Ausbreitungsdynamik sowie die Folgen von beispielsweise der Isolierung infizierter Personen oder der Dauer von Kontaktvermeidungsmaßnahmen einstellen.

Entscheidungshilfe bei Eindämmungs-Maßnahmen

Mithilfe des Tools solle jeder und vor allem Entscheidungsträger wissen können, was bestimmte Eindämmungs-Maßnahmen für Folgen haben können, erklärte Eichner. "Wir stellen es zur Verfügung, damit Leute nicht zu falschen Schlussfolgerungen kommen." Der Simulator ist seit rund einem Monat online. Entwickelt wurde er gemeinsam von Eichner und dem Softwareentwickler Markus Schwehm sowie dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg.

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