Ein Mitarbeiter der LVL Jäger GmbH betankt im Vorfeld einer Pressekonferenz des Verbands Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) einen Bus. Der WBO fordert von der öffentlichen Hand mehr finanzielle Unterstützung, um die Folgen der hohen Dieselpreise bewältigen zu können. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Unternehmen fürchten um Existenz

Hohe Dieselpreise: Busunternehmen in BW fordern mehr Geld

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Die hohen Dieselpreise werden für Busunternehmen zur Belastungsprobe. Daher rufen sie nun um Hilfe. Denn die Grundstruktur in BW mache es ihnen in bestimmten Landkreisen besonders schwer.

Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) fordert von der öffentlichen Hand mehr finanzielle Unterstützung, um die Folgen der hohen Dieselpreise bewältigen zu können. "Es gibt keine landesweite Regelung", kritisierte Geschäftsführer Witgar Weber. Manche Landkreise hätten das Thema erkannt. Anderenorts seien die Unternehmen Bittsteller.

Der öffentliche Busverkehr wird in vielen Fällen von privaten Unternehmen im Auftrag der Landkreise erbracht. Die Verkehrsunternehmen müssten teilweise mit demütiger Haltung bei den Landkreisen um Geld betteln, so der Verbandschef. Bei vielen Unternehmen gehe es wegen hoher Dieselpreise mittlerweile um die Existenz.

Unterschiedlicher Umgang in den Landkreisen

Das Problem sei der momentan bestehende Flickenteppich. Manche Landkreise, wie zum Beispiel Stuttgart, Böblingen oder Ludwigsburg, zahlten Hilfen an die Busunternehmen, so Weber. Andere Kreise wie Reutlingen, Tübingen und Sigmaringen seien sehr zögerlich. In Reutlingen drohen nach Verbandsangaben deshalb mittlerweile sieben Verkehrsunternehmen damit, ihre Verträge zu kündigen.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte dem SWR, für die Beförderung seien die Landkreise zuständig. Der Landkreistag wiederum verweist auf unterschiedliche Strukturen und Verträge in den Landkreisen. Eine passende Dieselhilfe für alle könne es deshalb nicht geben. Die Landkreise seien weiterhin mit den Verkehrsunternehmen im Austausch, damit die Beförderung sichergestellt sei.

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Verbandschef wünscht sich landesweite Lösung

Der WBO-Geschäftsführer bedauerte, dass es bei der Frage keine landesweite Lösung gegeben habe. Weber sagte: "Die Ticketpreise werden von der öffentlichen Hand gemacht."

Die Busbranche könne die gestiegenen Kosten nicht einfach weitergeben. Die Ticketpreise müssten sicherlich steigen, wenn man nur das bisherige Angebot aufrechterhalten wolle. Sei dies nicht der Fall, müsse das Angebot verringert werden. Sollte der Nahverkehr im Land wie geplant ausgebaut werden, müsse der Staat auch die Mittel dafür bereitstellen, sagte Weber.

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Teurer Busführerschein wird zum Problem

Die Branche mit ihren rund 9.000 Fahrerinnen und Fahrern in Baden-Württemberg klagt außerdem über Nachwuchsmangel. "Bei den Fahrern herrscht Notstand", sagte Weber. Die Kosten für eine Ausbildung seien sehr hoch. In Deutschland koste der Busführerschein 10.500 Euro und dauere ein Jahr. In Österreich hingegen müsse man nur 3.500 Euro bezahlen und dann habe man die entsprechende Fahrerlaubnis nach acht Wochen in der Tasche.

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SWR