Apfelblüte unter Eis (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/KEYSTONE | Jean-Christophe Bott)

Wintereinbruch am Wochenende

Obstbauern in Baden-Württemberg befürchten Totalausfälle durch Frostschäden

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Die kleinen Pfirsichfrüchte hängen schon an den Bäumen. Doch sie könnten am Wochenende erfrieren, befürchten Obstbauern. Denn der Winter kommt zurück.

"Da sind dann diese Früchte für dieses Jahr dann leider schon wieder geerntet", sagt Friedhelm Wenz in SWR Aktuell. Er ist Geschäftsführer des Obsthofs Wenz in Pfinztal bei Karlsruhe. Totalausfälle bei Aprikosen und Pfirsichen, die schon erste, kleine Früchte ausgebildet haben, könnten die Folge sein, befürchtet der Obstbauer. "Wir arbeiten ein ganzes Jahr und können keine Früchte ernten und verkaufen." Schuld sei auch der Klimawandel, sagt Wenz. Denn durch immer frühere Warmperioden, blühten auch die Obstbäume immer eher. Doch Fröste seien auch Ende April noch möglich.

Kreativität ist gefordert

"Frostberegnen" der Bäume werde schon seit langem gemacht, so der Obstbauer. Diejenigen, die eine Sprinkleranlage in ihren Plantagen zur Verfügung hätten, besprühen die Bäume in der Nacht mit Wasser. Das Wasser gefriere dann und schütze die Knospe mit einem Eispanzer. Allerdings brauche man dazu "unendlich viel Wasser", so Wenz. Das sei in der Rheinebene zwar möglich. Im Pfinztal am Berg sei das aber nicht mehr möglich. Die zur Verfügung stehende Wassermenge reiche dafür nicht aus.  

Nicht alle Bäume sind gefährdet

Birnen- und Apfelbäume könnten die späten Fröste durchaus verkraften, sagt Obstbauer Wenz. Diese Bäume seien "stabiler". Seine Aprikosenbäume könnten diese starken Temperaturschwankungen nicht vertragen. Wenn nach einer warmen Periode Frostnächte kämen, "platzen die ganzen Zellen im Stamm auf. Dann dringen Pilze ein und die Bäume erfrieren." Zehn bis 15 Prozent der Bäume gingen jedes Jahr komplett verloren. Das bedeute, dass nach zehn bis 15 Jahren kein ausgewachsener Baum mehr stehe. "Die sind dann alle kaputt".  

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