Ein Mann wirft einen Stimmzettel in eine Urne. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Sebastian Kahnert)

Kleiner Wahlsonntag in Baden-Württemberg

OB-Wahl in Remseck, Lörrach und Vaihingen an der Enz: Hier sind die Ergebnisse

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In drei Kommunen in Baden-Württemberg wurde es an diesem Sonntag spannend. In Lörrach, Remseck und Vaihingen an der Enz waren die Menschen zur Oberbürgermeisterwahl aufgerufen.

Es ist ein wenig wie ein kleiner Wahlsonntag: In drei größeren Kommunen in Baden-Württemberg konnten die Menschen entscheiden, wer in den kommenden Jahren ihre politischen Geschicke als Oberbürgermeister führen darf. Die Ergebnisse:

Lörrach: Bisheriger OB fährt deutlichen Sieg ein

In der Großen Kreisstadt Lörrach bleibt der bisherige Oberbürgermeister Jörg Lutz (parteilos) im Amt. Er wurde von 86,67 Prozent der Wahlberechtigten gewählt und war von der SPD unterstützt worden. Das klare Ergebnis für Lutz ist keine Überraschung. Mangels politisch profilierter Konkurrenz war der 59-jährige Amtsinhaber als eindeutiger Favorit ins Rennen gegangen. Seine beiden Konkurrenten blieben im einstelligen Prozentbereich: Der wissenschaftliche Sachverständige Claus Seibt, der bislang in Lörrach politisch nicht in Erscheinung getreten ist, kam auf 8,06 Prozent. Auf den Kaufmann Klaus Springer, der bei OB-Wahlen in Rheinfelden (Kreis Lörrach) und Konstanz bereits erfolglos kandidiert hatte, entfielen 3,08 Prozent der Stimmen. Von den 37.095 Wahlberechtigten beteiligten sich in Lörrach 20,36 Prozent. Unter den Politikern herrschte am Wahlabend im Lörracher Rathaus Entsetzen über diese äußerst niedrige Wahlbeteiligung.

Der bisherige und künftige OB von Lörrach, Jörg Lutz (parteilos). (Foto: SWR, Matthias Zeller)
Der bisherige und künftige OB von Lörrach, Jörg Lutz (parteilos). Matthias Zeller

Bereits bei der letzten Lörracher OB-Wahl, bei der echte Konkurrenz unter den Bewerbern geherrscht hatte, hatten nur 30 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Durch die Kandidatur von Seibt und Springer war erst wenige Stunden vor Ende der Bewerbungsfrist noch Bewegung ins Lörracher Kandidatenkarussell gekommen.

Remseck: Amtsinhaber bleibt Rathauschef

In Remseck am Neckar (Kreis Ludwigsburg) ist der seit 2014 amtierende und verwaltungserfahrene Dirk Schönberger wiedergewählt worden. Er erhielt 65,08 Prozent der Stimmen. Der Schulsozialarbeiter Martin Keim war gegen seinen Dienstherrn (beide parteilos) angetreten und kam auf 34,92 Prozent. Remseck hat 19.763 wahlberechtigte Einwohnerinnen und Einwohner - die Wahlbeteiligung lag bei 28,79 Prozent.

Vaihingen an der Enz: kein Gewinner im ersten Wahlgang

In Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg) hatten sich vier parteilose Kandidaten auf die Nachfolge des Amtsinhabers beworben. Beim ersten Wahlgang am Sonntag gab es allerdings noch keinen Gewinner. Die meisten Stimmen holte der Bürgermeister von Notzingen im Kreis Esslingen, Sven Haumacher. Er erhielt 41,89 Prozent der Stimmen. Knapp dahinter liegt der Ingenieur Uwe Skrzypek, auf den 38,88 Prozent entfielen. Den dritten Platz belegt Matthias Beck, Mitarbeiter der Stadtverwaltung Korntal-Münchingen, mit 16,09 Prozent. Und 3,04 Prozent der Wahlberechtigten entschieden sich für den Maschinenbaumonteur Bernd Rothmann. In Vaihingen an der Enz waren 22.219 Bürgerinnen und Bürger wahlberechtigt, von denen sich 46,78 Prozent beteiligten. Da keiner der Bewerber die für einen Wahlsieg nötige absolute Mehrheit erreichte, soll am 24. Juli erneut gewählt werden. Dann reicht die einfache Mehrheit.

Der 58 Jahre alte Amtsinhaber Gerd Maisch von den Freien Wählern steht seit 16 Jahren an der Rathausspitze in Vaihingen/Enz. Maisch hatte nach zwei Amtszeiten beschlossen, nicht noch einmal anzutreten. Damit zog er die Konsequenz sowohl aus den Anfeindungen ihm und seinem Team gegenüber wie auch aus dem rauer werdenden Klima in der Gesellschaft.

Oberbürgermeister werden für acht Jahre gewählt

Die Amtszeit des Oberbürgermeisters oder der Oberbürgermeisterin beträgt in Baden-Württemberg acht Jahre. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats und leitet die Gemeindeverwaltung. Das Stadtoberhaupt ist Repräsentant und rechtliche Vertretung der Gemeinde.

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