Ein Forscher zeigt im Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, wie ein PCR-Test für die Analyse auf Mutationen des Coronavirus vorbereitet wird. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Nach massiver Kritik an geplanter Corona-Verordnung

PCR-Testpflicht in Baden-Württemberg geändert - Inzidenz findet weiter Berücksichtigung

STAND

Nach heftiger Kritik an der geplanten Corona-Verordnung in Baden-Württemberg kommt die PCR-Pflicht nur eingeschränkt. In Stadien und für Kulturveranstaltungen genügt ein Antigentest.

Laute Kritik nicht nur von der Opposition hatte die grün-schwarze Landesregierung für ihre geplante neue Corona-Verordnung einstecken müssen. Sollten doch unter anderem auch nicht geimpfte Fans in Stadien einen teuren PCR-Test vorlegen müssen. Auch von Seiten der Theaterschaffenden kam Kritik an der geplanten PCR-Pflicht für ihre Zuschauerinnen und Zuschauer. Das ist nun vom Tisch. Wie das Gesundheitsministerium am Freitagnachmittag mitteilte, müssen nur noch ungeimpfte Besucherinnen und Besucher von Clubs und Diskotheken ab Montag einen negativen PCR-Test vorweisen. Für alles andere (Kultur, Gastro, Friseur etc.) genügt ein Antigen-Schnelltest.

"Vor dem Hintergrund der Verhältnismäßigkeit haben wir uns nun für diesen Weg entschieden"

Stadien und Kulturveranstaltungen im Freien bis 25.000 Personen

Für Stadien und Kulturveranstaltungen im Freien (Festivals beispielsweise) soll demnach gelten, dass sie bis zu einer Personenzahl von 5.000 unter Vollauslastung öffnen beziehungsweise stattfinden dürfen. Geht die Besucherzahl darüber hinaus, sollen die Plätze nur noch zu 50 Prozent beziehungsweise mit maximal 25.000 Menschen ausgelastet werden dürfen.

Einen Vorgeschmack auf die Bundesliga-Saison unter Pandemie-Bedingungen haben am Samstag die Fans des VfB Stuttgart bekommen. So lief der Start in die neue Saison:

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Gesellschaftliches Leben nur mit 3G-Regel

"Diese Verordnung dient der Bekämpfung der Pandemie und dem Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger", erklärte Lucha. Fest stehe: "Nur noch, wer geimpft, genesen oder getestet ist, kann vollumfänglich am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Wer keine Impfung nachweisen kann, muss einen negativen Corona-Test vorweisen". Lucha verteidigte das Vorgehen der Landesregierung: "Baden-Württemberg prescht hier nicht etwa vor, wie vielfach behauptet, sondern setzt am kommenden Montag die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz um."

Prognosen unter Berücksichtigung der Sieben-Tage-Inzidenz

Das Landesgesundheitsamt werde von nun an Prognosen in Bezug auf die Belastung des Gesundheitssystems wie die Auslastung der Intensivbetten abgeben, bei der auch die Sieben-Tage-Inzidenz, die Impfquote und die Anzahl schwerer Krankheitsverläufe berücksichtigt werde.

Entsprechend behalte sich die Landesregierung vor, je nach Gesamtlage zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen. Die Maßnahmen sollten mindestens alle vier Wochen auf den Prüfstand kommen. Die neue Corona-Verordnung soll am Wochenende notverkündet werden und am Montag in Kraft treten.

Gäste von Ravensburger Club nach Infektionsfall in Quarantäne

Währenddessen hat ein Clubbesuch in Ravensburg am vergangenen Samstagabend Folgen für viele der rund 400 Gäste. Weil ein Besucher danach positiv auf das Coronavirus getestet wurde, müssen alle nicht geimpften Anwesenden des Abends 14 Tage in Quarantäne. Der Ravensburger Club durfte im Rahmen eines Modellprojekts bereits seit Anfang Juli wieder öffnen. Voraussetzung: alle Gäste mussten einen negativen Schnelltest vorlegen und mindestens 80 Prozent sollten sich danach noch einmal testen lassen. Diese Bedingung erfüllten nach Angaben des Betreibers sogar über 90 Prozent.

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