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Das baden-württembergische Landesgesundheitsamt hat am Donnerstag einen neuen Tages-Rekord bei Neuinfektionen gemeldet. Außerdem gibt es neue Hotspots im Land. Wo wann weitere Einschränkungen drohen - ein Überblick.

Insgesamt 4.208 bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus meldete das baden-württembergische Landesgesundheitsamt am Donnerstagabend. Es ist am zweiten Tag in Folge ein neuer Höchststand seit Beginn der Pandemie. Vor einer Woche waren es noch fast 1.200 Fälle weniger gewesen (3.063). Auch bundesweit meldete das Robert-Koch-Institut am Donnerstagmorgen mit 23.679 einen neuen Höchststand bei den Neuinfektionen.

Weitere Regionen werden Corona-Hotspots

Aktuell gilt in Baden-Württemberg: Ab Samstag (12.12.) gibt es ganztägig Ausgangsbeschränkungen. Das heißt, man darf das Haus nur noch mit triftigem Grund verlassen. Tagsüber gibt es ein paar zulässige Gründe mehr, nachts sind die Regeln schärfer: Möglicherweise werden am Sonntag in einer Bund-Länder-Konferenz noch weitere Einschränkungen verabschiedet.

Die Zahl der Städte und Landkreise in Baden-Württemberg mit einer Inzidenz von mehr als 200 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen ist weiter gestiegen. Insgesamt sind es nun dreizehn, damit lebt mehr als ein Fünftel der Baden-Württemberger in Corona-Hotspots:

  • Landkreis Calw
  • Enzkreis
  • Landkreis Freudenstadt
  • Landkreis Heilbronn
  • Landkreis Lörrach
  • Neckar-Odenwald-Kreis
  • Rems-Murr-Kreis
  • Landkreis Rottweil
  • Schwarzwald-Baar-Kreis
  • Landkreis Tuttlingen
  • Heilbronn
  • Mannheim
  • Pforzheim

Zuletzt wurden einzelne Anordnungen für diese besonders betroffenen Regionen getroffen: Wenn eine Stadt oder ein Kreis drei Tage in Folge die 200er-Marke reißt, müssen schärfere Maßnahmen verhängt werden, zum Beispiel eine nächtliche Ausgangssperre. Die Wohnung darf zwischen 21 und 5 Uhr dann nur mit einem triftigen Grund verlassen werden, vergleichbar mit den ab Samstag landesweit geltenden Regeln. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, sind außerdem Verkaufsaktionen wie Räumungs- oder Schlussverkäufe verboten. Sportstätten, Friseursalons und Sonnenstudios werden geschlossen. In Mannheim, Pforzheim, der Stadt Heilbronn und dem Landkreis Calw wurden diese Maßnahmen bereits eingeführt.

Hotspots, die seit mindestens drei Tagen die 200er-Marke überschreiten, sind der Enzkreis und die Landkreise Heilbronn, Lörrach und Tuttlingen. In den Landkreisen Heilbronn und Lörrach sollen deshalb ab kommenden Freitag die schärferen Maßnahmen verhängt werden. Auch der Enzkreis und der Kreis Tuttlingen müssen die strengeren Regeln nun einführen. Die Kreise Freudenstadt, Rottweil und Ulm bereiten ebenfalls strengere Maßnahmen vor.

Neckar-Odenwald-Kreis und Schwarzwald-Baar-Kreis erstmals über 200er-Marke

Der Neckar-Odenwald-Kreis und der Schwarzwald-Baar-Kreis haben die 200er-Inzidenz am Donnerstag erstmalig überschritten.

Spätestens nach drei Tagen in Folge mit einer Inzidenz von mehr als 200 müssen die Kreise die Vorgaben des Landes umsetzen. Entwarnung und Lockerungen gibt es in einer Region erst dann, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz fünf Tage in Folge unter dem Grenzwert liegt.

Die Stadt Pforzheim hat mit 339 weiterhin die höchste Inzidenz im Land. Die Landesregierung hat für Städte und Kreise mit einem Wert von mehr als 300 bereits weitere Maßnahmen angekündigt. Auch die Stadt Heilbronn überschritt mit einer Inzidenz von 318,3 am Donnerstag erstmals diesen Grenzwert.

Forderungen nach hartem Lockdown werden lauter

Angesichts der weiter steigenden Zahlen werden die Forderungen nach einem harten Lockdown immer lauter. Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) drängte am Donnerstag auf eine schnelle Entscheidung. "Jeder Tag zählt", sagte er gegenüber der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Es geht um Menschenleben und die Gesundheit vieler Menschen." Die bisherigen Maßnahmen hätten nicht die notwendige Wirkung erzielt, die Lage sei sehr ernst. Auch der Pforzheimer Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) forderte angesichts der Lage in seiner Stadt, schnell zu handeln:

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte bereits am Dienstag gesagt, dass ein harter Lockdown nach Weihnachten immer näher rücke. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drängte am Mittwoch im Bundestag auf schärfere Maßnahmen.

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