STAND

Da die Inzidenzen weiter sinken, hat die Landesregierung eine neue Corona-Verordnung verabschiedet. Die Lockerungen gelten für Städte und Kreise mit einer Inzidenz stabil unter 35.

Die weiteren Öffnungsschritte sehen vor, dass die Menschen in Baden-Württemberg bei stabil sinkenden Infektionszahlen künftig wieder ohne Corona-Test in den Biergarten, ins Freibad oder ins Open-Air-Theater können.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in der jeweiligen Region an fünf aufeinander folgenden Tagen unter 35 bleibt. Eine entsprechende neue Verordnung, die die Landesregierung am Donnerstag verabschiedet hat, gilt seit Montag (7. Juni).

Einzelne Kommunen bereits mit stabiler Inzidenz unter 35

Einzelne Kommunen könnten bis Montag schon die stabile 35er-Inzidenz erreicht haben - Heidelberg oder der Bodenseekreis zum Beispiel liegen derzeit schon unter der Marke. Auch die Stadt Karlsruhe, der Rhein-Neckar-Kreis oder der Kreis Emmendingen zählen unter anderem dazu.

In Stadt- und Landkreisen, in welchen der Schwellenwert der Sieben-Tage-Inzidenz von 50 beziehungsweise 35 bereits an den fünf Tagen vor dem 7. Juni unterschritten ist, können die Öffnungen auch gleich am 7. Juni eintreten. Laut Ministerium müssen dies dann die zuständigen Gesundheitsämter jeweils am 6. Juni bekanntgeben.

Was gilt bei einer stabilen Inzidenz unter 35?

Die Landesregierung hat die 35er-Schwelle neu in die Corona-Verordnung mitaufgenommen. Mit ihr gelten weiterführende Lockerungen.

Inzidenz unter 35 - neue Öffnungsstufe in BW

Private Feiern mit bis zu 50 Personen wieder erlaubt

Feiern im Restaurant und Veranstaltungen im Freien mit deutlich mehr Besuchern sollen bei einer stabilen Inzidenz unter 35 wieder möglich sein. So können Veranstaltungen im Freien dann wieder mit bis zu 750 Besucherinnen und Besuchern stattfinden.

Außerdem werden Feiern in Gastronomiebetrieben mit bis zu 50 Personen (Ausnahme: Tanzveranstaltungen) erlaubt. Dafür gilt allerdings weiterhin eine Testpflicht oder der Nachweis, geimpft oder genesen zu sein. Anders als bei anderen Regelungen zählen die geimpften und genesenen Personen aber mit. Das bedeutet, es dürfen nicht mehr als 50 Personen an der Feier teilnehmen.

Video herunterladen (6,8 MB | MP4)

Für jeden Besucher einer Messe, Ausstellung oder eines Kongresses muss bei einer stabilen Inzidenz unter 35 außerdem nur noch mit sieben Quadratmeter Fläche gerechnet werden. Zum Vergleich: Der bisher am weitesten reichende Öffnungsschritt drei sieht zehn Quadratmeter vor.

Bis zu 750 Personen bei Veranstaltungen im Freien

Kulturveranstaltungen in Theatern, Opern, Kulturhäusern, Kinos und ähnlichem dürfen draußen mit bis zu 750 Personen stattfinden. Das Gleiche gilt auch für Vortrags- und Informationsveranstaltungen.

Für die Außenbereiche von Gastronomie, Veranstaltungen und Einrichtungen wie Freibäder fällt außerdem die Testpflicht weg.

Was gilt bei einer stabilen Inzidenz unter 50?

Die 35er-Schwelle ist neu. Bisher war nur geregelt, was passiert, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 oder unter 50 liegt. Aber auch da gelten seit Montag weitere Lockerungen. Diese seit Mitte Mai geltenden Öffnungsstufen wurden jetzt auch erweitert.

Gastro darf wieder länger öffnen

Vor allem ist die Öffnungsstufe drei nun schneller als bisher erreicht, nämlich bei fünf aufeinanderfolgenden Tagen mit einer Inzidenz unter 50. Zuvor musste die Sieben-Tage-Inzidenz für eine Zeitspanne von 14 Tagen stabil sein, um die nächste Öffnungsstufe zu erreichen.

Das heißt: Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz fünf Tage hintereinander unter 50 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner liegt, können die Landkreise auch die Sperrstunde verändern. Kneipen und Restaurants dürfen in diesem Fall dann bis 1 Uhr nachts geöffnet sein

Fitnessstudios dürfen wieder öffnen

Der Betrieb von Sportanlagen und Sportstätten sowie Fitness- und Yogastudios ist für den kontaktarmen Freizeit- und Amateursport allgemein gestattet. Es gilt eine Begrenzung von 20 Quadratmetern pro Person. Außerdem gilt eine Testpflicht.

Organisierter Vereinssport sowie der allgemeine Hochschulsport darf auch außerhalb von Sportanlagen und Sportstätten im Freien mit Gruppen von bis zu 20 Personen stattfinden. So dürfen etwa Vereinsmannschaften beispielsweise im Wald joggen. Dies gilt beispielsweise jedoch nicht für Wandergruppen, die nicht in einem Verein organisiert sind. Für sie gelten weiter die allgemeinen Kontaktbeschränkungen. 

Auch Wettkampfveranstaltungen im Amateur-, Profi- und Spitzensport sind bei einer Inzidenz stabil unter 50 ohne Begrenzung der Teilnehmenden mit bis zu 500 Zuschauerinnen und Zuschauern im Freien und in geschlossen Räumen mit bis zu 250 Zuschauerinnen und Zuschauer gestattet.

Kindergeburtstage sind wieder möglich

Erleichterungen gibt es auch für Kindergeburtstage oder ähnliche Treffen mit Kindern. Wenn die Inzidenz unter 50 liegt, können maximal zehn Personen aus drei Haushalten zusammenkommen. Kinder aus den Haushalten, die jünger als 14 sind, zählen nicht. In Zukunft dürfen bis zu fünf weitere Kinder unter 14 Jahren aus beliebig vielen Haushalten dazukommen.

Was sonst noch in der Corona-Verordnung geändert wurde:

Auch für Schülerinnen und Schüler soll es weitere Lockerungen geben. Diese müssen nun nicht mehr so oft getestet werden.

Corona-Tests von Schülern sollen 60 Stunden gültig sein

Für Schülerinnen und Schüler gilt der Coronatest aus der Schule nunmehr 60 Stunden lang für alle Bereiche. Die Kinder und Jugendlichen können ihren negativen Test bei allen zulässigen Angeboten vorlegen. Das gilt zum Beispiel beim Sport. Das kommt dem Landessportverband entgegen. Er hatte sich entschieden dagegen gewehrt, dass Kinder bei Sport im Freien einen tagesaktuellen Test vorlegen sollten. Diese Regelung greift, solange die Inzidenz unter 100 bleibt.

Ein Coronaschnelltest und ein Federmäppchen mit Buntstiften. (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)
Schülerinnen und Schüler profitieren von einer besonderen Schnelltest-Regelung. picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte

Corona-Verordnung für Schulen geändert

Auch an den Schulen gibt es Veränderungen. Weiterhin gilt laut einer Mitteilung des Kultusministeriums, dass bei einer Inzidenz stabil unter 50 im Stadt- oder Landkreis an allen Schulen, Grundschulförderklassen und Schulkindergärten Präsenzunterricht stattfindet - ohne förmliches Abstandsgebot zu und zwischen den Schülerinnen und Schülern. In Regionen mit einer Inzidenz über 50 dürfen nur Grundschüler Unterricht im Klassenzimmer haben, an weiterführenden Schulen gibt es dann Wechselunterricht. Ab 21. Juni sollen aber der neuen Regelung zufolge auch diese Schulen wieder in den Regelbetrieb gehen, selbst wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in ihrem Kreis noch zwischen 50 und 100 liegt.

Je nach Inzidenz Sportunterricht draußen oder drinnen

Beim Sportunterricht wird die Inzidenzgrenze 35 eingeführt, die auch in der Corona-Verordnung des Landes gilt. Bei einer Inzidenz unter 35 ist Sportunterricht jeglicher Art sowohl im Freien als auch in der Sporthalle möglich. Bei einer Inzidenz zwischen 35 und 50 ist Sportunterricht jeder Art im Freien zulässig, in den Sporthallen darf er nur kontaktarm erfolgen. Liegt die Inzidenz zwischen 50 und 100, ist an allen Schulen bis auf Ausnahmen beispielsweise für die Jahrgangsstufen 1 und 2 Sportunterricht nur noch im Freien zulässig.

Die Schulleitungen sind laut Kultusministerium über die Änderungen rechtzeitig informiert worden, um sich auf den Schulbetrieb nach den Pfingstferien vorbereiten zu können. Unverändert gelte die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske an den Schulen sowie die indirekte Testpflicht, unabhängig von der Inzidenz.

Baden-Württemberg

Präsenzunterricht ab Montag in vielen Kreisen Schüler in Baden-Württemberg lernen wieder im Klassenzimmer

Hunderttausende Kinder und Jugendliche haben seit einem halben Jahr größtenteils zuhause gelernt. Am Montag kehren sie in die Klassenzimmer zurück. Zudem gelten neue Corona-Regeln.  mehr...

Singen ist wieder erlaubt

Auch der Gemeindegesang in geschlossenen Räumen ist wieder allgemein zulässig und nur noch bei Geltung der Bundesnotbremse untersagt (Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Stadt- oder Landkreis über 100). Davon ist jedoch aktuell (Stand 6.6.) in Baden-Württemberg kein Stadt- oder Landkreis mehr betroffen. Das bedeutet: Singen bei religiösen Veranstaltungen und Beisetzungen ist sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien wieder erlaubt, allerdings mit Maske, teilte das Kultusministerium mit.

Spielhallen dürfen ab Freitag öffnen

Neu ist auch, dass Spielhallen, Spielbanken, Wettbüros und andere Vergnügungsstätten in den Stufen zwei und drei geöffnet werden dürfen und zwar bereits seit Freitag (5. Juni) an. Erst am Mittwoch hatte der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim das Betriebsverbot der Spielhallen außer Kraft gesetzt.

Lucha warnt: "Wir sind noch nicht über den Berg"

"Es besteht Anlass zur Hoffnung, die Zahl der Geimpften steigt und auch die Inzidenzen sinken. Es könnte ein unbeschwerter Sommer werden", sagte Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne). Dennoch sollte aber allen klar sein, dass man sich noch mitten in der Pandemie befinde, so Lucha. "Wir sind noch nicht über den Berg", warnte der Minister. Alle seien jetzt gefragt, verantwortungsvoll mit den Erleichterungen umzugehen. "Wie sich die Pandemie über den Sommer entwickelt, haben wir alle zum großen Teil selbst in der Hand", sagte Lucha.

Baden-Württemberg

Das Coronavirus und die Folgen für das Land Live-Blog zum Coronavirus in BW: Inzidenz in Baden-Württemberg unter 25

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen im Land. Im Live-Blog fassen wir die neuesten Entwicklungen rund um die Pandemie und die Beschränkungen zusammen.  mehr...

BW-Landesregierung erarbeitet neue Corona-Verordnung Testpflicht für Außengastronomie könnte ab Montag in Teilen Baden-Württembergs wegfallen

Die baden-württembergische Landesregierung bereitet nach SWR-Informationen derzeit eine neue Corona-Verordnung vor. Sie soll schon ab Montag in Kraft treten.  mehr...

Baden-Württemberg

Shoppen, Friseur, Café Wo brauche ich in Baden-Württemberg noch einen Corona-Schnelltest, wo geht es ohne Test?

Die Corona-Lage entspannt sich spürbar, die Inzidenzen sinken, in vielen Bereichen gibt es Lockerungen. Stellt sich die Frage, wo ein negativer Schnelltest jetzt noch Pflicht ist.  mehr...

STAND
AUTOR/IN