Ein Mann kühlt sich bei heißen Temperaturen an einem Brunnen in der Stuttgarter Innenstadt ab. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)

Wasserstände bereits auf Rekordtief

Bis zu 38 Grad am Donnerstag erwartet: Nächste Hitzewelle in Baden-Württemberg

STAND

Pünktlich zur ersten Sommerferienwoche erreicht BW eine neue Hitzewelle. Das Grundwasser ist bereits auf dem niedrigsten Stand seit 30 Jahren und die Waldbrandgefahr steigt.

Es wird in den nächsten Tagen wieder heiß in Baden-Württemberg. Für Mittwoch erwartet der Deutsche Wetterdienst Temperaturen von bis zu 29 Grad im Bergland und bis zu 36 Grad im Breis- und Kraichgau. Am Donnerstag könnten es dann am Oberrhein und in höheren Lagen bei blauem Himmel und schwachem Wind 38 Grad werden. Vor allem in den Ballungsräumen sind zudem tropische Nächte möglich, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad fallen. Erst am Freitagnachmittag könnte es mitsamt Schauern und teils schweren Gewittern etwas kühler werden.

Sind die extremen Temperaturen Folgen des Klimawandels? "Das kann man mit großer Sicherheit sagen", so SWR Klimaexperte Werner Eckert im Juni. Bei kaum einem Ereignis sei der Zusammenhang so gut belegt wie bei Hitzewellen.

Waldbrandgefahr steigt im August wieder

Mangels Regen steigt auch die Waldbrandgefahr wieder: In weiten Teilen Baden-Württembergs gelten am Mittwoch die beiden höchsten der fünf Warnstufen. Donnerstag verschärft sich die Lage noch einmal, bevor sie sich - nach den erwarteten Schauern - zum Wochenende hin wieder entspannen soll. Manche Behörden wie das Landratsamt Freudenstadt sperrten aus Sicherheitsgründen Feuer- und Grillstellen in Wäldern. Schon ein Funke genüge, um einen Brand zu entfachen.

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Niedrigwasser an Großteil der Gewässer in BW

An 77 Prozent der Gewässer in Baden-Württemberg herrscht Niedrigwasser. "Die Niederschläge Ende vergangener Woche im Südosten des Landes führten in den betroffenen Gebieten nur zu einem vorübergehenden, leichten Anstieg der Wasserstände", heißt es bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg in Karlsruhe. Von Januar bis Juli seien nur rund 70 Prozent des früher üblichen Niederschlages gefallen. Zudem sei die Luft überdurchschnittlich warm gewesen.

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Als Konsequenz gibt es mancherorts wieder Wasserentnahmeverbote. Der Landkreis Calw etwa untersagt den Menschen ab Donnerstag bis Ende September, größere Wassermengen aus den Gewässern zu entnehmen. "Lediglich das Schöpfen von Wasser mit Handgefäßen wie Gießkannen und Eimern und die Wasserentnahme zum Tränken von Vieh in geringen Mengen ist noch zulässig", heißt es in einer Mitteilung.

Grundwasserstände vielerorts auf langjährigem Tief

Die Grundwasserstände haben nach Auskunft der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) vielerorts für den Juli die niedrigsten Werte seit 30 Jahren erreicht. Wegen der anhaltenden Trockenheit und der hohen Lufttemperaturen habe sich im vergangenen Monat auch kein Grundwasser im nennenswerten Umfang neu gebildet, teilte die LUBW am Dienstag in Karlsruhe mit.

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Anfang August überwiegen in Baden-Württemberg den Angaben zufolge niedrige Grundwasserverhältnisse. "Aufgrund der aktuellen Randbedingungen sollte von weiteren Rückgängen in den kommenden Wochen ausgegangen werden." Die Fachleute rechnen damit, dass bis zum Herbst keine nennenswerte Grundwasserneubildung stattfinden wird. Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung seien aufgrund der momentanen Beobachtungen aber nicht absehbar.

Hitzebus für Bedürftige in Stuttgart

Wegen der teils tropischen Temperaturen schickt Stuttgart einen Hitzebus für Bedürftige auf die Straße. Ehrenamtliche des Deutschen Roten Kreuzes und aus Stuttgart sollen damit ab sofort an Tagen mit Temperaturen über 32 Grad Celsius rund zwei Stunden täglich durch die Stadt fahren, um unter anderem Obdachlose mit Wasser und Hilfsmitteln wie Sonnencreme zu versorgen.

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"Die Testfahrten in der vergangenen Woche haben gezeigt, dass viele Menschen die Angebote des Hitzebusses dankbar annehmen", sagte Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann am Dienstag. "So war es die logische Konsequenz, den Hitzebus nun in den Regelbetrieb zu überführen."

Auch Tiere leiden unter der Hitze

Die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit bekommt aber nicht nur der Mensch zu spüren. Auch dem Wald und seinen Bewohnern machen sie zu schaffen. Für Wildtiere bedeutet die aktuelle Situation mit ausgetrockneten Bächen und Tümpeln akute Gefahr zu verdursten, sagt der Wildtierbeauftragte des Rhein-Neckar-Kreises, Dorian Jacobs.

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Hinzu komme, dass beispielsweise Rehe und Hasen ihren Nachwuchs derzeit noch säugen müssten. Dafür benötigen die Tiere zusätzlich Energie und Flüssigkeit. Der Wildtierbeauftragte appelliert an die Bevölkerung, Rücksicht zu nehmen und Bereiche im Wald zu meiden, in denen Tiere Schutz suchen. Jacobs empfiehlt zudem, Hunde beim Waldbesuch an der Leine zu lassen.

LUBW: In BW wird es immer wärmer werden

In ganz Baden-Württemberg wird es in den kommenden Jahren immer wärmer werden. Laut LUBW werden sich die Menschen rund um den Oberrheingraben und im Rhein-Neckar-Raum auf spanische Temperaturen einstellen müssen. Im Schwarzwald dürfte die 30-Grad-Marke im Sommer regelmäßig geknackt werden, während es im ganzen Land im Winter wohl massive Niederschläge geben wird. 

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