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Nachdem die Landesregierung die Corona-Auflagen für den Handel gelockert hat, fordert Tourismusminister Guido Wolf (CDU) eine Perspektive für die Tourismus- und Gastrobranche. Die Sommersaison schreibt er noch nicht ab.

Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf (CDU) hat für die Tourismus- und Gastro-Branche eine schrittweise Lockerung der Corona-Auflagen gefordert. "Ich könnte mir vorstellen, dass man Gaststätten, Hotels, Parks und Ausflugsziele zunächst mit reduzierten Kapazitäten wieder öffnet", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Die Besucher könnten sich beispielsweise zuvor anmelden, auch online, damit man einen Überblick über die Gäste hat."

Auch bei Ferien auf dem Bauernhof oder auf Campingplätzen, in Ferienwohnungen oder kleineren Pensionen ließen sich Abstandsregeln gut einhalten. Es sei zu früh, die Sommersaison für die touristischen Betriebe in Baden-Württemberg abzuschreiben, sagte Wolf. Denn bei der Verzögerung der Ausbreitung des Virus gebe es eine positive Entwicklung. "Setzt sich die Stabilisierung fort, gehe ich davon aus, dass man zunächst Ausflüge und Urlaube im eigenen Land wieder ermöglichen kann."

Dank zurückgehender Infektionszahlen: Branche schrittweise hochfahren

Auch FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke forderte eine Perspektive für die Branche. "Dank zurückgehender Infektionszahlen ist es möglich, diese aktuell weitgehend stillstehende Branche schrittweise wieder hochzufahren", sagte er am Sonntag. "Wir können nicht über Lockerungen für viele Bereiche reden und unserer Gastronomie- und Tourismusbranche so gut wie keine Perspektiven bieten", betonte auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Reinhart. "Der Vorstoß von Minister Wolf zielt daher in die vollkommen richtige Richtung."

Die Branche steht derzeit noch weitgehend still. Nach den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern sollen die Menschen in Deutschland vorerst weiter auf private Reisen verzichten. Das gilt auch für überregionale touristische Tagesausflüge. Die weltweite Reisewarnung wird aufrechterhalten. Übernachtungsangebote im Inland sollten weiterhin nur für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt werden.

DEHOGA-Landeschef: Gastgewerbe fühlt sich allein gelassen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) stellt dem Gastgewerbe indes besondere Hilfen in Aussicht, um die Corona-Krise zu überstehen. Der "Welt am Sonntag" sagte der Politiker, die Regierung habe die Branchen im Blick, die vorerst weiterhin keinen Umsatz machen könnten.

Der Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) drängt unterdessen darauf, dass seine Betriebe bald wieder öffnen dürfen. Das Gastgewerbe werde allein gelassen, so der baden- württembergische DEHOGA-Chef Fritz Engelhardt im SWR. "Auch wir können in unseren Betrieben entsprechende Abstandsregelungen abbilden und Zugangsbeschränkungen einführen", so Engelhardt weiter. Nach Verbandsangaben steht ohne zusätzliche Hilfen vom Staat jedes dritte Unternehmen der Branche vor der Pleite. Davon wären bundesweit rund 800.000 Beschäftigte betroffen.

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