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So schnell wie möglich raus aus dem Corona-Lockdown - mit Hilfe der Luca-App. Baden-Württembergs Sozialminister Lucha ist überzeugt davon, auch wenn es bereits Seitenhiebe gibt.

Die Luca-App ist die neuste Applikation, um Kontakte während der Corona-Pandemie besser nachverfolgen zu können. Sie funktioniert so: App herunterladen, Handynummer angeben (Daten werden verschlüsselt) und schon kann man überall dort "einchecken", wo die QR-Codes der Luca-App zur Verfügung stehen - zum Beispiel in Restaurants, Museen, im Einzelhandel oder bei Veranstaltungen.

Mit der Luca-App fällt die "Zettelwirtschaft" weg

Die Zeiten, in denen im Restaurant Zettel zur Kontaktnachverfolgung ausgefüllt werden mussten, sind vorbei - zumindest dort, wo man mit der Luca-App einchecken kann.

Wird eine Person positiv getestet, kann sie die sogenannte "Historie" für das zuständige Gesundheitsamt freigeben. Die App meldet dann ihrem Nutzer, wo er mit wem wie lange Kontakt hatte.

Sozialminister Lucha ist überzeugt von der App

Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) ist jedenfalls überzeugt von der Technik und will die App im ersten Jahr mit 3,7 Millionen Euro finanzieren.

"Das System ermöglicht schnell und einfach die Kontaktnachverfolgung der Gesundheitsämter nach dem Auftreten einer Corona-Infektion und wird dabei helfen, die aufwändige Zettelwirtschaft abzulösen."

Satiriker Jan Böhmermann trickst Luca-App aus

Die ersten machen sich aber schon über die neue App lustig. Vorne weg: Satiriker Jan Böhmermann. Er checkte zum Spaß mit der Luca-App in ein Modehaus in Niedersachen ein, obwohl er nach eigenen Angaben in Potsdam saß.

Mit wenigen Klicks und falschen Angaben trickste er die Luca-App aus und animierte seine Follower, es ihm gleichzutun. Böhmermanns Versuch, die App ad absurdum führen, gelang.

BW-Datenschutzbeauftragter kritisiert Böhmermann-Aktion

Der Datenschutzbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Stefan Brink, findet die Aktion von Jan Böhmermann angesichts der aktuellen Situation in der Corona-Pandemie allerdings wenig sinnvoll:

"Natürlich kann man mit der Luca-App Unfug treiben, das ist aber nicht Sinn der Sache. Die Luca-App ist eine gute, sinnvolle, datenschutzkonforme Ergänzung zur Corona-Warn-App."

Allerdings: Der Datenschutz ist indirekt mitverantwortlich dafür, dass die App so leicht auszutricksen ist. Um die App wasserdichter zu machen, könnte der Luca-App-Anbieter - ein privates Berliner Start-Up-Unternehmen - beispielsweise die Nutzer auffordern ihre Personalausweise einzuscannen, um Missbrauch schwieriger zu machen, erklärt Datenschützer Brink. Aus Sicht des Datenschutzes sei das aber keine gute Idee, schränkt er ein.

Luca-App soll in ganz Baden-Württemberg einsatzbereit sein

In Baden-Württemberg ist die Landesregierung jedenfalls von der Luca-App überzeugt. Getestet wurde in Pilotregionen am Bodensee, im Breisgau-Hochschwarzwald und in Freiburg.

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Das Ministerkabinett hat zugestimmt die neue Applikation landesweit auszurollen. Genutzt wird die App nun auch in ersten Landkreisen, die nicht Pilot waren. Laut Sozialministerium sind aktuell 26 der 38 Gesundheitsämter im Land an die Luca-App angeschlossen.

Insgesamt zehn Bundesländer machen bei Luca mit. Im benachbarten Rheinland-Pfalz geht die App ab Montag in der Modellregion Bad Dürkheim an den Start. Immer mehr Landräte fordern nun eine einheitliche App zur Kontaktnachverfolgung in ganz Deutschland.

Die nächste Chance dazu haben Bund und Länder am Montag bei der Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin. Es geht für Politik und App auch darum, dieses Mal nicht wieder hinter den Erwartungen zurückzubleiben.

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