Neuankömmlinge gehen in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) zu ihrem Quartier. Die LEA ist für viele Geflüchtete der erste Anlaufpunkt in BadenWürttemberg, bevor sie auf die Gemeinden im Land verteilt werden. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Stefan Puchner)

Ministerien haben sich geeinigt

BW-Ministerien beschließen Acht-Millionen-Hilfspaket für Ukraine-Flüchtlinge

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Kommunen können mit dem Geld die Integration von Geflüchteten weiter verbessern, Beratungen ausbauen, Trauma-Sprechstunden anbieten und zeitweise mehr Personal dafür einstellen.

Die Amtschefs der baden-württembergischen Ministerien haben sich am Freitag auf die Millionenhilfen verständigt. Das gab das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration in einer Mitteilung am Samstag bekannt. Die Amtschefin im Sozial- und Integrationsministerium, Leonie Dircks, erklärte, Kommunen könnten durch die finanzielle Unterstützung beispielsweise das Integrationsmanagement zeitweise personell verstärken.

"Es geht darum, den ankommenden Menschen schnell einen Zugang zu Beratungsangeboten zu bieten und damit ein Stück Alltag und Struktur zu ermöglichen."

Höhe der Hilfen richtet sich nach Größe der Kommunen

Die Höhe der Fördermittel richtet sich nach den jeweiligen Einwohnerzahlen der 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg und kann entsprechend dem vor Ort bestehenden Bedarf eingesetzt werden. Kommunen können beispielsweise ein sogenanntes Welcome-Integrationsmanagement einführen, durch das die bestehenden Angebote entlastet werden. Diese Beratungsleistung können Vertriebene aus der Ukraine in Anspruch nehmen, die in den Kommunen angekommen sind. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit mit den bereits tätigen Integrationsmanagerinnen und -managern vorgesehen.

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Auch psychologische Unterstützung möglich

Integrationsmanagerinnen und -manager unterstützen Geflüchtete bei deren Integration in den Alltag. Sie beraten und verweisen je nach Bedarf an die richtige Stelle. Die Kommunen können mit den Fördermitteln ebenfalls auf den gestiegenen Bedarf an psychosozialer Unterstützung reagieren. So können die Gelder beispielsweise für spezifische Erstberatungsangebote, niedrigschwellige Trauma-Sprechstunden oder Qualifizierungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen für professionelle oder ehrenamtliche Kräfte genutzt werden.

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Einzelheiten müssen noch geklärt werden

In Abstimmung mit den kommunalen Landesverbänden werden derzeit die Einzelheiten besprochen. "Wir freuen uns über das große Engagement der Kommunen und möchten sie bei der Integration der Vertriebenen aus der Ukraine weiter unterstützen", so Amtschefin Dircks abschließend.

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Millionenhilfen von Bund und Ländern angekündigt

Der Bund wird darüber hinaus die Kommunen bei den Kosten für die Unterbringung der Flüchtlinge im laufenden Jahr mit 500 Millionen Euro unterstützen, die Länder sollen für bereits entstandene Kosten vom Bund ebenfalls 500 Millionen Euro bekommen. An Kosten für die Integration in Kitas oder Schulen will sich der Bund mit einem Betrag von einer Milliarde Euro beteiligen.

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SWR