Mehrere Wohnungsgesuche von Studenten hängen am 11.10.2013 am Schwarzen Brett der Universität in Konstanz (Baden-Württemberg). (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Felix Kästle)

Bezahlbarer Wohnraum in BW

Mieten für Studierende steigen weiter - Konstanz und Freiburg besonders betroffen

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Die durchschnittlichen Mieten für studentisches Wohnen sind nach einer Studie in vielen Städten gestiegen. In BW ist vor allem in Konstanz und Freiburg das Wohnen teurer geworden.

515 Euro: So viel kostet eine 30-Quadrameter-Wohnung für Studierende monatlich im deutschlandweiten Durchschnitt - knapp zwei Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Das geht aus dem Studentenwohnreport des Finanzdienstleisters MLP und des Instituts der Deutschen Wirtschaft hervor. Besonders gestiegen sind die Preise in Konstanz und Freiburg. Hier kosten Wohnungen fast sechs beziehungsweise gut vier Prozent mehr. Nach dem Studentenwohnreport liegt Konstanz im Vergleich aller Städte bundesweit auf Platz zehn - mit im Durchschnitt 525 Euro für die Musterwohnung der Untersuchung. Karlsruhe liegt mit 599 Euro auf Platz sechs der Städte, die für Studierende am teuersten sind. Für die Untersuchung wurden 30 Studienstandorte in Deutschland miteinander verglichen.

Studierenden-Wohnheime am Altrhein in Konstanz- ganz in der Nähe der HTWG Konstanz (Foto: SWR, SWR/Christina Erdkönig)
Wer Glück hat, findet einen Platz im Studierenden-Wohnheim in Konstanz. Am Altrhein ganz in der Nähe der Hochschule HTWG Konstanz reihen sich die Wohnheime. SWR/Christina Erdkönig

Ernüchternde Zimmersuche für Erstsemester

Auch der 19-jährige Ben hat schon gemerkt, wie schwierig die Wohnungssuche für Studierende in Konstanz ist. Er fängt im Wintersemester an, in der Stadt am Bodensee zu studieren. Mitte August erfuhr der 19-Jährige, dass er einen Studienplatz an der Hochschule für Technik HTWG in Konstanz für Wirtschaftsingenieurwesen bekommen hat. Er begann gleich mit der Zimmersuche, die eher ernüchternd war.

"Ich habe Online geschaut, was die Wohnungen in Konstanz kosten und war geschockt. Ein Ein-Zimmer-Appartment kostet mindestens 500 Euro, oft sogar 650 Euro. Noch dazu war kaum etwas auf dem Markt.“ 

Ben, der aus einer Kleinstadt in der Nähe von Stuttgart stammt, hat sich dann bei allen Studierendenwohnheimen in Konstanz beworben und einen Platz in einem katholischen Wohnheim erhalten. Dort zahlt er 320 Euro pro Monat Warmmiete für ein Zimmer mit 16 Quadratmetern. Das Gemeinschaftsbad mit zwei Duschen teilt er sich mit 13 anderen Studierenden auf seinem Stockwerk. "An das Gemeinschaftsbad muss ich mich noch gewöhnen,“ meint der 19-Jährige. Zum Wohnheim haben ihm seine Eltern geraten, weil alles andere zu teuer gewesen wäre.


Ben ist sich durchaus bewusst, dass das Wohnheim Vorteile hat: "Gut am Wohnheim finde ich, dass es ganz in der Nähe meiner Hochschule ist. Außerdem: wenn wieder strengere Corona-Beschränkungen kommen sollten, wohne ich nicht alleine“, erzählt Ben weiter.

Stuttgart bleibt teuerste Stadt in Baden-Württemberg

Baden-Württembergweit liegt Konstanz trotz gestiegener Mieten für Studierende im oberen Mittelfeld. Teuerste Stadt im Land bleibt Stuttgart - mit im Schnitt 750 Euro für eine Studentenwohnung. Die baden-württembergische Landeshauptstadt ist laut dem Studentenwohnreport bundesweit nach München die teuerste Stadt für studentisches Wohnen und das, obwohl die Wohnungspreise für Studierende hier sogar um gut zweieinhalb Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind. Ebenfalls günstiger im Vergleich zum vergangenen Jahr wurde das Wohnen in Karlsruhe und Tübingen. Auch WG-Zimmer sind in einigen Städten günstiger als noch vor einem Jahr. In Karlsruhe zahlen Studierende laut der Untersuchung sogar fast zehn Prozent weniger.

Forderung nach mehr bezahlbarem Wohnraum für Studierende

Für den Report analysierte das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Finanzdienstleisters MLP Daten zum Mietmarkt für studentisches Wohnen. Bei den hypothetischen Wohnungen wurde dabei eine Lage in direkter Umgebung zur nächstgelegenen Hochschule unterstellt. MLP-Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg mahnte, mehr Wohnraum für Studierende zu schaffen.

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