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In Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) hat ein Gartenbesitzer einen 30 Kilogramm schweren Meteoriten gefunden. Forscher aus ganz Deutschland freuen sich über den Sensationsfund, der beinahe unerkannt auf dem Müll gelandet wäre.

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Über Jahrzehnte stand der Stein im Weg. Erst störte er beim Ausheben eines Kabelschachtes, dann wanderte der 30 Kilogramm schwere Brocken im Garten der Besitzer umher - stand mal neben der Garage, dann wieder auf dem Fußweg. "Der Stein war für uns immer ein Hindernis", erzählte der 69-jährige Gartenbesitzer Hansjörg Bayer. 2015 sollte er gemeinsam mit Gartenabfällen entsorgt werden. "Wir haben ihn schon auf dem Hänger verladen", berichtete er und zeigt mit dem Finger auf die Hofeinfahrt. Im letzten Moment aber hatte er den Stein wieder abgeladen und in den Keller gelegt.

Schwerer schwäbischer Sensationsfund

Hansjörg Bayer - gekleidet mit knallgrünem Cardigan, moderner Brille und Käppi - kann es noch nicht fassen, dass der Stein, der jahrzehntelang im Weg rumstand, ein echter Sensationsfund ist. Experten sind sich sicher, dass es sich um einen Steinmeteoriten handelt. Der schwerste dieser Art, der jemals in Deutschland gefunden wurde. Viele Funde hierzulande wiegen nur ein paar hundert Gramm, international gibt es aber durchaus schwerere Brocken. "Da habe ich schon schlucken müssen", sagte der Finder. Komisch kam ihm der Stein aber schon 1989 vor, als er ihn beim Ausheben eines Kabelschachtes mit einem Pickel an die Oberfläche beförderte. Der braune Stein war ungewöhnlich schwer. Anfang des Jahres dann setzte sich der Mann mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Verbindung, schickte schließlich ein 20 Gramm schweres Stück zur Analyse nach Augsburg.

Analyse beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Dort nahm der Meteoritenexperte und Astrophysiker Dieter Heinlein den Stein unter die Lupe. "Am Anfang habe ich gedacht, dass es sich um verrostetes Eisenerz handelt", erzählte der Mann, der in seiner Karriere schon zehntausende Meteoriten in den Händen hielt. Schließlich fehlte die für Meteoriten charakteristische dunkle Schmelzkruste. Nachdem er den Stein mit einer Diamantblattsäge durchgeschnitten hatte, gab es aber keine Zweifel mehr: "Ich habe es an der Struktur erkannt, dass es sich um einen Meteoriten handeln muss." Weitere Untersuchungen in Bern (Schweiz) und Rossendorf (Sachsen) belegen: Der Meteorit ist tatsächlich in Blaubeuren vom Himmel gekommen, möglicherweise schon vor hunderten Jahren.  

Milliarden Jahre altes Gestein

So sieht der Meteorit von Innen aus (Foto: SWR, Quelle: Addi Bischoff, Institut für Planetologie, WWU Münster/ Zuschnitt: SWR)
Der Meteorit "Blaubeuren" enthält zahlreiche auskristallisierte Schmelztröpfchen mit runden Umrissen, die sogenannten Chondren. Quelle: Addi Bischoff, Institut für Planetologie, WWU Münster/ Zuschnitt: SWR

Wer durch das nur wenige tausendstel Millimeter dünne Präparat des Meteoriten schaut, muss unweigerlich an ein Kaleidoskop aus der Kindheit denken: Rot, gelb und blau leuchten die mal runden, mal länglichen Einschlüsse des Meteoriten. Strukturen, die auch den Fachmann Dieter Heinlein vom DLR begeistern: "Die Einschlüsse sind rund 4,5 Milliarden Jahre alt und bei der Entstehung des Sonnensystems entstanden." Milliarden Jahre umkreiste der Meteorit das Sonnensystem, um irgendwann auf die Erde zu fallen. Ein seltenes Spektakel. Nur etwa einmal im Jahr fällt in Deutschland ein Meteorit auf den Boden. Die meisten verglühen in der Atmosphäre.

Wunsch nach Ausstellung im Museum

In seinem Garten in Blaubeuren hat Finder Bayer den historischen Ausgrabungsort markiert. Auf einem laminierten Blatt stehen die genauen Koordinaten und der offizielle Name des Meteoriten: "Blaubeuren". Heute wird der unschätzbar wertvolle Meteorit im Planetarium Laupheim (Kreis Biberach) der Öffentlichkeit vorgestellt. Der 69-Jährige wünscht sich, dass "Blaubeuren" künftig dauerhaft in einem Museum ausgestellt wird. Und dass die Stadt, die für ihre Blautopf-Quelle bekannt ist, künftig auch als Meteoritenstadt gilt.

Wissenschaftliche Sensation Größter Steinmeteorit Deutschlands stammt aus Blaubeuren

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