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Für das kommende Wochenende sind wieder Demonstration bei der Stadt Stuttgart angemeldet worden. Die gewalttätigen Angriffe auf Teilnehmer beschäftigen Polizei und Staatsanwaltschaft weiter.

Nach dem Rückzug des bisherigen Organisators der Demonstrationen gegen die Corona-Regeln sind erneut Demonstrationen bei der Stadt Stuttgart für das Wochenende angemeldet worden. Eine Anmeldung wurde nach Angaben jedoch schon wieder zurückgezogen. Das teilte die Stadt Stuttgart am Mittwoch mit. Für die "Initiative Querdenken 711" bestätigte deren Gründer Michael Ballweg die Entscheidung. Es habe sich lediglich um eine formale Anmeldung gehandelt, um vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Beschränkungen der Versammlungsfreiheit klagen zu können, sagte er.

Unter dem Motto "Nein zu Verschwörungsmythen - gegen rechte Hetze" will die Linke eine Kundgebung mit 500 Personen veranstalten. Ebenfalls eine Demonstration bei der Stadt angemeldet hat der parteilose Landtagsabgeordnete Heinrich Fiechtner mit 500 Personen und der Deutsche Gewerkschaftsbund zum "Tag des Grundgesetzes" mit 200 Personen auf dem Karlsplatz. Außerdem soll eine Demonstration unter dem Titel "Wir stehen auf für unser Recht. Weg mit allen Beschränkungen" stattfinden. Es sind rund 500 Teilnehmer angemeldet.

Organisator der Corona-Demonstrationen nennt Grund für Rückzug

Bisher wurden die Demonstrationen gegen die Corona-Regeln auf dem Cannstatter Wasen von Michael Ballweg organisiert, der sich mittlerweile zurückgezogen hat. In einem Video nennt er den Brandanschlag auf zwei Technik-Fahrzeuge als Grund. Es habe immer Anfeindungen gegen ihn gegeben, dadurch habe er sich aber nicht bedroht gefühlt, sagte der Gründer der Initiative "Querdenken". Der Anschlag sei aber eine andere Liga. Mehrfache Interview-Anfragen des SWR hatte Ballweg zuvor jeweils abgelehnt.

Unbekannte hatten in der Nacht auf Samstag Lastwagen einer Firma für Veranstaltungstechnik in Brand gesetzt. Mit den Fahrzeugen sollte Technik für die Demo zum Wasen transportiert werden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, der Staatsschutz ermittelt. Ein politischer Hintergrund für die Tat könne nicht ausgeschlossen werden.

Nach Angriff: Opfer in Lebensgefahr

Am Tag der Demonstration kam es zudem zu einem Angriff auf Teilnehmer, eines der drei Opfer schwebt in Lebensgefahr. Der 54-jährige Mann werde behandelt, teilte die Polizei am Dienstag mit. Auch seine 38 und 45 Jahre alten Begleiter seien bei der Attacke verletzt worden. Es werde wegen versuchter Tötung ermittelt, ein politischer Hintergrund werde weiter nicht ausgeschlossen. Zuvor hatte die Polizei die unbekannten Täter bereits im linksextremen Spektrum vermutet. Die drei Männer waren am Samstag auf dem Weg zur Kundgebung auf dem Cannstatter Wasen angegriffen und niedergeschlagen worden.

Polizei geht von gezieltem Angriff aus

"Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass die Täter die Männer gezielt angriffen haben", teilte die Polizei mit. In der Nähe des Tatorts wurden nach ihren Angaben zwei Schlagringe und weitere Gegenstände gefunden, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten, darunter eine Gaspistole.

#BadCannstatt Derzeit noch unbekannte Täter haben am Samstagnachmittag drei Männer im Alter von 38, 45 und 54 Jahren angegriffen und teilweise lebensgefährlich verletzt. Wir suchen Zeugen. Zur Pressemeldung ▶ https://t.co/mWa49X9ANS Eure #Polizei #Stuttgart https://t.co/P5RnVbVGID

Mehrere tausend Menschen hatten an der Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen teilgenommen. Am Rande der Kundgebung wurden Teilnehmer laut Polizei von einer Gruppe von 40 bis 50 ebenfalls mutmaßlich linken Gegendemonstranten mit Gegenständen beworfen.

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