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Reaktion auf den Klimawandel: Baden-Württemberg will Bauern besser gegen Verluste durch Frost, Sturm und Starkregen schützen. Eine Mehrgefahrenversicherung soll staatlich unterstützt werden.

Angesichts der zunehmenden Risiken durch die Folgen des Klimawandels hat das grün-schwarze Kabinett am Dienstag eine entsprechende Vorlage behandelt. Demnach sollen Landwirte mit staatlichen Prämienzuschüssen drei Jahre lang für eine sogenannte Mehrgefahrenversicherung gegen Frost, Sturm und Starkregen unterstützt werden - mit je fünf Millionen Euro pro Jahr.

Vereiste Apfelblüten bei Denzlingen (Archivbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Patrick Seeger/dpa (Archiv))
Apfelblüten im Eispanzer: Obstbauern müssen oft zu aufwändigen Maßnahmen greifen, um Blüten vor Spätfrost zu schützen. picture alliance / Patrick Seeger/dpa (Archiv)

Mit dem Geld will Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) bis zu 50 Prozent der Versicherungsprämien finanzieren. Er rechnet damit, dass extreme Witterungen durch den Klimawandel weiter zunehmen. In der Kabinettsvorlage, die dem SWR vorliegt, heißt es: Anders als bei Hagelschäden gebe es für Schäden durch Frost, Sturm und Starkregen bisher auf dem Markt keine Versicherungen, die sich Betriebe leisten können.

Versicherung statt Soforthilfen

In den letzten Jahren hatte das Land nach Ernteausfällen durch Starkregen oder Frost mehrfach finanzielle Soforthilfen geleistet. Diese sollen in Zukunft durch die neue Versicherung wegfallen.

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Die Haushaltskommission hat die Hilfe für die Jahre 2020 und 2021 bereits freigegeben - der Landtag muss am Ende über den Haushalt entscheiden. Hauk will mit dem Vorhaben Erfahrungen sammeln, ob eine staatlich unterstützte Versicherung Soforthilfen ersetzen kann.

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