Urlaub am Strand im Sommer (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)

Tourismus in Corona-Zeiten

Diese Urlaubsreisen sind nach den geltenden Corona-Regeln möglich

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Endlich Ferien! Sonne tanken, entspannen, Urlaub machen - das wünscht sich nach monatelangem Corona-Lockdown wohl fast jeder. Aber wohin darf man reisen? Ein Überblick.


Urlaub in Baden-Württemberg

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat die Corona-Regeln für alle Landkreise mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 gelockert. Seit dem Wochenende dürfen dort auch Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze unter Hygieneauflagen wieder Gäste empfangen. Das Gleiche gilt für Restaurants, Bars und Kneipen, allerdings nur zwischen 6 und 21 Uhr. Alle Besucherinnen und Besucher müssen einen negativen Schnelltest vorweisen oder belegen können, dass sie vollständig geimpft beziehungsweise genesen sind.


Auch wer einen Ausflug plant, hat in diesen Landkreisen wieder mehr Möglichkeiten: Galerien und Museen dürfen öffnen, ebenso Zoos und botanische Gärten und Freizeiteinrichtungen wie Minigolfanlagen oder Hochseilgärten.

Und Schwimmen in Freibädern, Thermalbädern und an Badeseen sollte ebenfalls möglich sein. Voraussetzung ist auch hier immer ein negativer Schnelltest, der alle drei Tage erneuert werden muss, oder der Nachweis einer vollständigen Impfung beziehungsweise überstandenen Corona-Infektion.

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Urlaub in Deutschland

Grundsätzlich gilt: In allen Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 greift die Bundesnotbremse mit ihren strengen Maßnahmen. Für die Regionen, in denen die Infektionszahlen stabil darunter liegen, entscheiden die jeweiligen Landesregierungen. Hier sind die Regeln sehr unterschiedlich:

In Bayern dürfen Außengastronomie, Kinos oder Theater bereits öffnen. Ab Freitag, also direkt vor dem Pfingstwochenende, kommen Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze dazu. Es gelten die üblichen Regeln, Abstand, Hygiene und alle 48 Stunden ein Test.

In Rheinland-Pfalz ist der sogenannte kontaktarme Urlaub bei niedriger Inzidenz schon seit der vergangenen Woche möglich. Kontaktarm heißt zum Beispiel in einer Ferienwohnung, im Wohnwagen oder im Hotel mit eigenem Bad und Frühstück auf dem Zimmer. Sinkt die Inzidenz weiter, öffnet vor Pfingsten auch wieder die Innengastronomie. Erst gegen Ende der Ferien, zu Fronleichnam, könnten Hotels wieder komplett öffnen.

An der Küste ist Urlaub an Pfingsten nicht überall möglich: So öffnet in Mecklenburg-Vorpommern die Gastronomie am Pfingstsonntag, aber Touristinnen und Touristen dürfen nicht in das Bundesland einreisen, in dem mit der Insel Rügen eines der beliebtesten Pfingst-Reiseziele der Deutschen liegt. Erst ab dem 14. Juni, also nach den Ferien, sollen Gäste von außen wieder zugelassen werden. Ähnlich vorsichtig bleibt Niedersachsen. Zwar öffnen auch hier Tourismus und Gastgewerbe unter Auflagen, aber Übernachtungen sind zunächst nur für Einwohnerinnen und Einwohner des eigenen Bundeslandes möglich.

Eine Frau sitzt am Strand angelehnt an einen Strandkorb und genießt die Sonne (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Georg Wendt)
Urlaub an der deutschen Küste ist nur in bestimmten Regionen erlaubt. picture alliance/dpa | Georg Wendt

Schleswig-Holstein dagegen hat ab diesem Montag (17.5.) komplett für den Tourismus geöffnet. Voraussetzung für einen Aufenthalt ist ein negativer Corona-Test, der alle 48 Stunden erneuert werden muss. Vollständig Geimpfte und Genesene sind ausgenommen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag bei 35,1 - der Spitzenwert unter allen Bundesländern.

Urlaub im benachbarten Ausland

Das Auswärtige Amt passt seine Reisehinweise mit Blick auf die Corona-Pandemie laufend an. Reisen in die Schweiz sind derzeit möglich, die Inzidenzwerte liegen ähnlich hoch wie in Deutschland. Einen negativen Test will das Land nur von Flugreisenden sehen. Über die Öffnung von Hotels entscheiden die einzelnen Kantone selbst, es gibt keine landesweite Regelung. Das Tessin hatte schon über Ostern weitgehend geöffnet, viele Hotels waren ausgebucht.

Auch in Italien müssen Einreisende nicht mehr in Quarantäne, benötigt wird ein negativer PCR- oder Antigentest. Nach Ankunft muss eine Meldung beim italienischen Gesundheitsamt erfolgen, für Südtirol muss ein spezielles Formular ausgefüllt werden. Gastronomie und Strände sind offen, die Sperrstunde ist nach hinten verschoben worden.

Urlaub am Gardasee (Foto: SWR, Gerald Pinkenburg)
Wer am Gardasee Urlaub macht, braucht anschließend keinen Test und muss auch nicht in Quarantäne. Gerald Pinkenburg

In Frankreich gelten dagegen nach wie vor strenge Regeln. Das Land ist Hochinzidenz-Gebiet mit Corona-Zahlen weit über den deutschen. Das heißt: Bei der Rückkehr nach Deutschland gilt eine Quarantäne-Pflicht. Für die Einreise ist ein PCR-Test nötig, die Bewegungsfreiheit vor Ort wurde etwas gelockert, Reisen in Frankreich sind tagsüber wieder ohne triftigen Grund erlaubt. Ab Mittwoch (19.5.) greifen erste leichte Lockerungen für die Außengastronomie. Hotels und Pensionen sollen aber für ausländische Reisende erst deutlich nach den Pfingstferien öffnen.

Auch die Niederlande werden von Deutschland als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Das Land selbst rät ausländischen Touristinnen und Touristen von einer Einreise ab. Wer dennoch kommt, muss zehn Tage in Quarantäne, die durch einen zweiten negativen Test verkürzt werden kann. Grundsätzlich haben Hotels und Pensionen geöffnet. Parallel zu Frankreich gilt bei der Rückkehr nach Deutschland noch eine Quarantäne-Pflicht, ein Frei-Testen ist frühestens nach fünf Tagen möglich.

Viele Regionen Spaniens sind weiterhin als Risikogebiete eingestuft. Nicht dazu zählen die Kanarischen Inseln und die Balearen mit Mallorca. Hier gilt: Flugreisende müssen bei der Einreise einen negativen PCR-Test und ein ausgefülltes Formular vorweisen, das auf der Homepage des Auswärtigen Amts zu finden ist.

Touristen genießen die Sonne am Strand Playa de Palma am 03.05.2016 in Arenal (Spanien) bei Palma de Mallorca. (Foto: dpa Bildfunk, Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa)
Mallorca gehört derzeit nicht zu den Corona-Risikogebieten. Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Rückkehr nach Deutschland

Grundsätzlich rät die Bundesregierung derzeit noch von Reisen ins Ausland ab. Wer sich dennoch dazu entschließt, muss bei seiner Rückkehr eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen. Außerdem ist eine zehntägige Quarantäne bei Einreisen aus Risikogebieten und Hochinzidenzgebieten Pflicht. Diese kann durch ein negatives Testergebnis verkürzt werden, bei Einreisen aus Hochinzidenzgebieten frühestens nach fünf Tagen. Kommt man aus einem Virusvariantengebiet zurück, sind es immer 14 Tage.

Ausnahmen für Genesene/vollständig Geimpfte

Deutschland nimmt Menschen, die den vollen Corona-Impfschutz haben oder innerhalb der zurückliegenden sechs Monate an Covid-19 erkrankt waren, von der Quarantänepflicht aus.

Sie müssen dies bei der Rückreise innerhalb von 48 Stunden nachweisen. Ganz wichtig: Die letzte notwendige Impfdosis muss mindestens 14 Tage zurückliegen.

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