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Das Land Baden-Württemberg ermöglicht es ab sofort weiteren Menschen zwischen 18 und 64 Jahren, sich impfen zu lassen. Sie benötigen allerdings einen ärztlichen Nachweis dafür.

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Zusätzlich zu den bisher schon Impfberechtigten, zum Beispiel Menschen über 80 Jahren oder Lehrkräften, haben in Baden-Württemberg ab sofort viele weitere Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren Anspruch auf eine Impfung gegen das Coronavirus. Dazu gehörten zum Beispiel Personen mit bestimmten Erkrankungen oder Menschen, die enge Kontaktpersonen einer Schwangeren oder bestimmter zu Hause gepflegter Personen sind, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die zusätzlichen Impfberechtigten bekommen das Vakzin von Astrazeneca.

Terminvereinbarung online oder per Telefon

Termine könnten ab sofort vereinbart werden. Das erfolge regulär über die zentrale Telefonhotline 116 117 oder über das eigens eingerichtete Onlineportal. Die Terminvereinbarung ist laut Ministerium ohne ärztliches Zeugnis möglich. Das benötige man erst im Impfzentrum als Nachweis über die Impfberechtigung. Für die Ausstellung durch den Hausarzt oder die Fachärztin bleibe daher bis zum Termin im Impfzentrum Zeit.

Der Ulmer Virologe und Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, beschreibt den Impfstoff von Astrazeneca als sicher. Im Interview mit dem SWR konkretisiert er, wieso:

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Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) zeigte sich erfreut, warb aber um Geduld. Wer nicht unmittelbar buchen könne oder im Callcenter nicht gleich durchkomme, solle es in den kommenden Tagen noch einmal probieren. "Wir erhalten bis Mitte März rund 450.000 Dosen Impfstoff von Astrazeneca und die Liefermengen werden schnell weiter ansteigen", so Lucha. Man könne im Verlauf der nächsten Wochen daher jedem Berechtigten, der das möchte, ein Impfangebot machen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) bat in diesem Zusammenhang, nicht unangemeldet in die Arztpraxen zu gehen. Es seien zwar zunächst gute Nachrichten, so KVBW-Vorstand Norbert Metke. "Doch auf die Arztpraxen kommt dadurch weitere Arbeit zu." Patienten sollten sich vorab darüber informieren, welche Angebote die jeweilige Praxis zur Ausstellung der notwendigen Zeugnisse anbiete. "Denn wir rechnen in der jetzt aufgerufenen Gruppe mit über einer Million notwendigen Zeugnisse, die in den nächsten Tagen zusätzlich zur Regelversorgung in den Praxen ausgestellt werden müssen", so Metke weiter.

Auch Polizisten werden geimpft

Auch Polizisten in Baden-Württemberg zwischen 18 und 64 Jahren erhalten den Impfstoff gegen das Coronavirus. Laut Innenminister Thomas Strobl (CDU) würde ab nächster Woche mit der Impfung der rund 34.000 Polizisten begonnen. Dafür werde man sowohl die zentralen Impfzentren als auch die Kreisimpfzentren nutzen. Ebenfalls berechtigt sind demnach Soldatinnen und Soldaten, die die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. 

Laut aktuellen Zahlen des Landesgesundheitsamts und des Robert-Koch-Instituts sind in Baden-Württemberg inzwischen über 467.000 Menschen zumindest einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Mehr als 245.000 Menschen haben zwei Impfungen bekommen (Stand: 25.2.2021).

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