App-Icons, Anzeige auf einem Handy-Bildschirm: Instagram, Facebook und WhatsApp (Foto: dpa Bildfunk, Valentin Wolf)

Gespräch mit Medienpädagoge Marc Urlen Problemfall Instagram-Werbung

Das Landgericht Karlsruhe beschäftigt sich am Donnerstag mit Werberegelungen für Soziale Medien wie Instagram. Medienpädagoge Marc Urlen vom Deutschen Jugendinstitut erklärt die Problematik dahinter.

Soziale Plattformen erfreuen sich gerade unter jungen Menschen großer Beliebtheit. Ihr Einfluss bringt aber auch Probleme mit sich, wie Medienpädagoge Marc Urlen erklärt. Werbung auf Instagram würde von Jugendlichen häufig nicht als solche identifiziert. Als Beispiel nenn Urlen sogenannte Beauty-Channels, denen sich gerade Mädchen und junge Frauen zuwenden würden, um Orientierung, Hilfe und Ratschläge zu finden. Das Ziel: Genauso schön und erfolgreich werden, wie das Instagram-Idol.

Werbung getarnt als Lebensweisheit

Das große Problem bei den Inhalten solcher Instagram-Angebote sei, dass sie nicht klar genug als Werbung erkennbar seien. Viele Videos und Bilder von Instagram-Stars sähen so aus, als wären sie zufällig in alltäglichen Situationen entstanden. Dabei handele es sich bei den scheinbaren Lebensweisheiten um klare, durchgeplante Werbung, mit der die sogenannten Influencer viel Geld verdienen könnten.

Urlen erklärt, dass Werbeagenturen ihren Kunden inzwischen empfehlen würden, ganz aggressiv über Influencer - im Falle von Kosmetikfirmen über Beauty-Channels - Werbung zu machen. Werbung auf den Sozialen Medien müsse zwar als solche gekennzeichnet werden, Urlen hinterfragt aber, ob dies ausreichend ist. Ein Kommentar im Abspann eines Videos reiche vermutlich nicht aus, um der starken Wirkung unterschwelliger Werbung etwas entgegenzusetzen.

Aufklärung als Lösung

Als wirkliche Lösung für das Problem sieht der Medienpädagoge die Aufklärung der Jugendlichen. Im Schulunterricht sei dies in Deutschland noch nicht ausreichend etabliert. Die Kultusministerkonferenz hätte Ende 2016 zwar beschlossen, dass Medienkompetenz im Schulunterricht verbindlich vermittelt werden müsse, zum Teil fehle es aber noch an einer Strategie dafür, so Urlen.

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