Affäre um Aufsichtsratswahl und Betrug

Zweiter SAP-Betriebsrat tritt zurück

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Ein zweiter SAP-Betriebsrat ist zurückgetreten. Er legte auch sein Amt als Aufsichtsratsmitglied ab. Die Affäre um mutmaßliche Unregelmäßigkeiten im Konzern zieht offenbar Kreise.

SAP gab am Donnerstag bekannt, dass das Betriebs- und Aufsichtsratsmitglied mit sofortiger Wirkung alle Ämter niedergelegt hat. SAP und der bisherige Mitarbeiter einigten sich demnach einvernehmlich auf eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Zu weiteren Details sei von beiden Seiten Stillschweigen vereinbart worden, teilte der Walldorfer Softwarekonzern (Rhein-Neckar-Kreis) weiter mit.

Zwei Rücktritte aus Betriebs- und Aufsichtsrat der SAP

Vor zwei Wochen war der frühere Betriebsratschef des Unternehmens zurückgetreten. Ihm ist vom Unternehmen inzwischen gekündigt worden. Gegen beide früheren Arbeitnehmervertreter hatte der Softwarekonzern in der Vergangenheit bereits interne Untersuchungen eingeleitet.

Walldorf

Ermittlungen gegen zwei Mitglieder Bestechungs- und Betrugsvorwürfe: SAP will Ex-Betriebsratschef entlassen

In der Affäre um Arbeitszeitbetrug und Urkundenfälschung will der Softwarekonzern SAP seinen ehemaligen Betriebsratschef fristlos entlassen. Der Betriebsrat der SAP SE stimmte zu.  mehr...

Die Affäre bei SAP dreht sich um Arbeitszeitbetrug, Urkundenfälschung und eine Klage vor Gericht. Der ehemalige Betriebsratsvorsitzende der SAP SE, Ralf Z., soll einem weiteren Arbeitnehmervertreter dabei geholfen haben, Anwesenheitsbelege für Betriebsratssitzungen zu manipulieren. Wie der SWR aus Insider-Kreisen erfahren hat, hat Ralf Z. die Urkundenfälschung inzwischen zugegeben. Der Betriebsrats-Kollege, dem Ralf Z. geholfen hat, die Nachweise zu frisieren, steht zudem wegen mutmaßlicher Wahlbestechung im Fokus.

Manipulierte Aufsichtsratswahl bei SAP?

In dem Zusammenhang ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Heidelberg gegen SAP-Mitarbeiter. Den Stein ins Rollen gebracht hatte ein Verfahren am Heidelberger Landgericht: Darin ging es um 500.000 Euro, die ein früherer SAP-Mitarbeiter von einem Betriebsrat des Unternehmens gefordert hatte. Begründung des Klägers: Er habe für den Betriebsrat geworben, damit er in den Aufsichtsrat gewählt wurde. Diese Vereinbarung sei vertraglich geregelt, inklusive Unterschrift. Das Heidelberger Landgericht bezeichnete eine solche Absprache als unlauter, wies die Klage zurück und übergab das Ganze der Staatsanwaltschaft zur Überprüfung.

Walldorf

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