Neujahrstradition in Ketsch

Zuckerschachteln für die Liebsten

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Kein Feuerwerk und Kontaktbeschränkungen: Silvester fällt auch in diesem Jahr weitgehend aus. Aber zum Glück gibt es ja noch die Zuckerschachteln: Ein altes Brauchtum aus Ketsch.

In Ketsch (Rhein-Neckar-Kreis) ist es Tradition, dass ein Kind von seiner Patentante, der "Gedl", zu Neujahr eine Zuckerschachtel bekommt. Diese Schachtel wird immer vor dem Jahreswechsel an die Patentante gegeben - und die füllt sie mit süßen Leckereien auf. An Neujahr sagen die Kinder einen Neujahrsgruß in Ketscher Mundart auf und bekommen dann die mit rund 200 Gramm gefüllte Zuckerschachtel.

Jahrzehntelange Tradition

Zuckerschachteln sind kleine Spanschachteln in blau und rosa, verziert mit einem nostalgischen Rosenbild mit Kindermotiven. Andrea Lemberger ist seit über 30 Jahren die Zuckerschachtel-Beauftragte in Ketsch. Die Produktion am heimischen Küchentisch verläuft in liebevoller Handarbeit. Im März hat Andrea Lemberger damit angefangen, aber Hochsaison war an Weihnachten.

"Ich war auch an Weihnachten hier gesessen und habe die Füllungen abgewogen. Einer muss es ja machen."

250 Zuckerschachteln pro Jahr

Die 63-Jährige hat alle Hände voll zu tun: Rund 250 Spanschachteln hat sie in diesem Jahr verziert. Im Kiosk Schmeisser in Ketsch sind die Zuckerschachteln für knapp 9 Euro der absolute Renner – und inzwischen nahezu ausverkauft. "Früher", erzählt die Kiosk-Besitzerin, "waren so Liebeskugeln drin und die mochte niemand. Was ich heute so reinpacke, schmeckt den meisten.“

Ende einer Ära

Wie es mit den Ketscher Zuckerschachteln weitergeht, ist allerdings noch unklar: Andrea Lemberger will sich zur Ruhe setzen und sucht eine Nachfolge. Eins, sagt sie, ist aber Ehrensache: Bei der Schachtelproduktion will sie auch in Zukunft mithelfen.

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