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Im Mannheimer Kulturleben ist ein Streit zwischen der "großen" und der "kleinen" Kunst entbrannt. Es geht um Ersatzspielstätten für das Nationaltheater, die derzeit noch von freien Künstlern genutzt werden.

Das Mannheimer Nationaltheater muss generalsaniert werden. Wegen des mangelnden Brandschutzes und der Sicherheitsauflagen erlischt 2022 die Betriebsgenehmigung. Die Kosten: Fast 250 Millionen Euro, das sind deutlich mehr als ursprünglich geplant. Darüber hinaus muss das Nationaltheater Ersatzspielstätten für die fünf Jahre dauernde Sanierung suchen. Und an diesem Punkt gibt es Streit.

Stadt Mannheim will Mietvertrag mit privatem Besitzer abschließen

Denn eine solche Ersatzspielstätte könnten das Trafohaus und das Atelierhaus im Mannheimer Hafengebiet sein. Die Stadt will mit dem privaten Besitzer der Gebäude einen Mietvertrag abschließen. Der Besitzer wiederum hat deshalb seinen bisherigen Mietern gekündigt, bereits zum 31. Oktober 2020 sollen etwa 100 Künstlerinnen und Künstler ihre bisherigen Ateliers und Räume besenrein verlassen. Obwohl die Generalsanierung frühestens im Jahr 2022 beginnt.

Verdrängt also die hoch subventionierte "große Kunst" die "kleine Kunst"“, die ohnehin schon in Zeiten von Corona am Boden liegt? Dagegen wollen die betroffenen Künstler protestieren und demonstrieren.

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