ZEW feiert 30 Jahre in Mannheim (Foto: SWR)

30 Jahre Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

ZEW in Mannheim: Antworten auf viele Alltagsfragen

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Über 130 Wissenschaftler forschen am ZEW in Mannheim an hochaktuellen Themen. Sie analysieren zum Beispiel, wie es mit der Wirtschaft in Deutschland und Europa weitergeht.

Einmal im Monat richten die Analysten an den weltweiten Finanzmärkten ihren Blick gen Mannheim. Immer dann, wenn das Leibniz-Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) seine "Konjunkturerwartungen" veröffentlicht. Den Index gibt es genauso lange wie das Institut selbst: Am Montag feiert das ZEW sein 30-jähriges Jubiläum.

Eines der wichtigsten Wirtschaftsforschungsinstitute

Nach 30 Jahren gehört das ZEW nach eigenen Aussagen zu einem der bundesweit wichtigsten Wirtschaftsforschungsinstituten Deutschlands. Der ehemalige Ministerpräsident Lothar Späth hatte Anfang der 1990er Jahre die Vision von einem Zentrum, das Wirtschaftsforschung und Politikberatung unter einen Hut bringen sollte. Um den Volksvertretern unter anderem in Brüssel, Berlin und Stuttgart zu zeigen, was geeignete Konzepte für anstehende politische Entscheidungen sein könnten. Eine Expertenkommission entwickelte daraufhin Leitlinien für die künftige Forschungseinrichtung. Thomas Kohl, der heutige Geschäftsführer am ZEW, war von Anfang dabei.

"Wir waren ein kleines Team, circa 15 Leute, die zunächst auf einer Etage angefangen haben."

Was macht das ZEW?

Über die Jahre entstanden zahlreiche Studien zu politisch und gesellschaftlich relevanten Themen. Zum Beispiel rund um Hartz IV, die Digitalisierung der Arbeitswelt, Analysen zum Steuersystem, die Rente und das Kindergeld. Über 200 Mitarbeiter wirken inzwischen am Leibniz-Zentrum. Und man höre durchaus auf sie, sagt Achim Wambach, Präsident am ZEW. Ein Vorteil sei auch, dass sie ein unabhängiges Institut seien.

"Aus unseren Studien heraus beraten wir die Politik, schreiben Gutachten, und zwar sowohl in Brüssel als auch in Berlin sowie in Stuttgart."

Immer am Puls der Zeit, neue Entwicklungen unter die Lupe nehmen, bewerten und den Verantwortlichen Strategien vorschlagen, wie sie es besser machen können: Das ist das zentrale Anliegen der Wissenschaftler. Ein Beispiel: Bei der Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow ringen knapp 200 Nationen derzeit um die Frage, wie sich die Erderwärmung noch aufhalten lässt. Doch funktionieren diese Strategien überhaupt? Das ZEW in Mannheim erforscht das anhand konkreter Beispiele. Ziel war und ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in sinnvolles politisches Handeln zu überführen - und das seit 30 Jahren.

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