Xavier Naidoo im Schatten des Antisemitismus  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, ALEXANDRA WEY)

Distanzierung von Verschwörungstheorien glaubwürdig?

Antisemitismusbeauftrager: "Xavier Naidoo eine Chance geben"

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Der Mannheimer Sänger Xavier Naidoo hat sich in einem Video von Verschwörungserzählungen distanziert. Man solle ihm eine Chance geben, so der Antisemitismusbeauftragte des Landes.

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Xavier Naidoo, der Sänger aus Mannheim, hat am Dienstagabend für eine Überraschung gesorgt. In einem Video präsentiert er sich als "Geläuterter", der mit Teilen seiner Vergangenheit zu brechen scheint. Das Video ist unter anderem bei Youtube und auf Facebook zu sehen.

"Mir wurde bewusst, dass ich meine Familie, meine Freunde, meine Fans, Menschen, die mich verteidigt haben, aber auch viele andere Menschen mit verstörenden Äußerungen irritiert und provoziert habe, für die ich mich entschuldigen möchte."

Anlass für Video von Xavier Naidoo: der Krieg in der Ukraine

Anlass für seine Stellungnahme sei der Krieg in der Ukraine gewesen, so Naidoo in dem Video. Seine Frau stamme aus der Ukraine. Nach dem russischen Überfall habe er Familienangehörige aus dem Land holen müssen. Die Welt scheine "wie auf den Kopf gestellt". Er habe sich gefragt, "wie es so weit kommen konnte." Naidoo sagt in dem Video weiter, er habe darüber "auch viel mit Betroffenen und Freunden gesprochen" und sich vielen kritischen Fragen zu seiner Haltung in der Vergangenheit stellen müssen, für die er nun aber dankbar sei.

Antisemitimusbeauftragter: Distanzierung oft langer Prozess

Über das Video berichteten am Mittwoch mehrere Medien. Es wurde im Netz über 100.000 mal geklickt und tausendfach kommentiert. Auch der Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Michael Blume, hat sich das Video angesehen. Aus seiner Sicht ist der Ausstieg aus dem Verschwörungsglauben oft ein Prozess von Monaten.

Mannheim

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Mutmaßliche Sympathien zur Szene der "Reichsbürger"

In den vergangenen Jahren war Xavier Naidoo immer wieder in die Schlagzeilen geraten, weil er sich als Anhänger verschiedener Verschwörungstheorien zu erkennen gegeben hatte. Außerdem war er mit Sympathien zur rechtsextremen Szene der "Reichsbürger" sowie fremdenfeindlichen und antisemitischen Äußerungen aufgefallen.

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Inwieweit sich Naidoo tatsächlich von Reichsbürgerbewegung und Verschwörungserzählungen entfernt hat, kann anhand des Videos allerdings nicht entschieden werden.

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