Der Eingang der Borelly-Grotte in Mannheim (Foto: SWR)

Borelly-Grotte in Mannheim

Als Einkaufspassage gedacht, als Schandfleck entwickelt

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Wolfgang Borelly war ein wichtiger deutscher Städteplaner, der das Mannheimer Stadtbild schuf. Die Borelly-Grotte - eine seiner Fehlentscheidungen, die aber bald zubetoniert wird.

Die Fußgängerunterführung, die eigentlich Kaiserring-Passage heißt, wird ab dem 20. August mit Beton und Schutt gefüllt für den Bau einer oberirdischen neuen Straßenbahnlinie. Ein Schandfleck, um den wohl niemand trauern wird.

Grotte war anfangs eine Einkaufspassage

Wolfgang Borelly plante die Borelly-Grotte, die 1962 übrigens als Einkaufspassage eröffnet wurde. Eine Fehlentscheidung von einem der wichtigsten deutschen Städteplaner. Borelly beriet sogar die Bundesregierung bei Brückenbauprojekten. In den 50er und 60er Jahren schuf er das Bild der Stadt Mannheim mit neuen Verkehrsachsen und moderner Infrastruktur. Doch das Verkehrsaufkommen und die finanziellen Mittel Mannheims, konnte er damals nicht vorhersehen. Beides einer der Gründe, wieso die Grotte jetzt zugeschüttet wird. Und auch nicht, dass kaum jemand im Untergrund einkaufen will.

"Eine Einkaufspassage, das ist nicht gerade eine Domäne für Tiefbauten."

Borelly nannte sie blaue Grotte

Der Plan der Borelly Grotte (Foto: MARCHIVUM )
So sahen die damaligen Pläne von Wolfgang Borelly für die Einkaufspassage aus. MARCHIVUM

Relativ schnell wurde die Passage vom Volksmund Borelly-Grotte genannt. Borelly wegen ihres Schöpfers und Grotte, dafür ist Wolfgang Borelly selbst verantwortlich.

"Wegen der blauen Fliesen hatte Borelly bei der Eröffnung geschwärmt, dass das wie eine blaue Grotte sei. Und aus der wurde dann die Borelly-Grotte."

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