Wohnungssuche (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Paul Zinken)

Zwischenbilanz nach drei Monaten Ukraine-Krieg - 200 Menschen im Thomashaus

Geflüchtete Ukrainer in Mannheim: Private Aufnahmebereitschaft lässt nach

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Über 670 geflüchtete Menschen aus der Ukraine sind bisher in Mannheim in privaten Wohnungen untergekommen. Allerdings lässt die Aufnahmebereitschaft nach.

Während zu Kriegsbeginn viele Mannheimerinnen und Mannheimer kostenlosen Wohnraum zur Verfügung gestellt haben, soll die Aufnahmebereitschaft zurzeit eher nachlassen, sagt Stadtsprecher Jens Hildebrandt. Aus diesem Grund will die Stadt nach eigenen Angaben rund 1.700 Betten in gewerblichen Einrichtungen wie beispielweise Hotels zur Verfügung stellen.

"Es ist nicht so, dass noch immer mehr Mannheimer gucken, ob sie eine freie Wohnung oder ein freies Zimmer haben. Da kommen wir mittlerweile ein bisschen am Ende an."

Die Familie ist aus der ukrainischen Stadt Charkiw geflohen.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Viele geflüchtete Familien suchen Unterkunft Picture Alliance

Ziel: Längerfristige Unterbringung in eigenen Wohnungen

Es sei besonders wichtig, dass die Ukrainerinnen und Ukrainer auch eigene Wohnungen finden. Speziell für ukrainische Geflüchtete soll die Stadt Mannheim in Zusammenarbeit mit der Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft GBG bis zum Jahresende 300 möblierte Wohnungen bereitstellen, so Jens Hildebrandt.

Mannheim weiter als andere Städte

Seit über drei Monaten herrscht Krieg in der Ukraine. In Mannheim haben zahlreiche Geflüchtete Schutz gefunden. Mannheim gehöre zu den Städten in Baden-Württemberg, die überproportional zur Bevölkerung Geflüchtete aufnehmen, sagt Jens Hildebrandt. Dies sei mit der Lage Mannheims im Drei-Länder-Eck zwischen Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz zu erklären. Mannheim ist zudem durch die ICE-Anbindung besonders leicht zu erreichen.

"Wir wollen Flüchtlinge immer dann, wenn wir es können, aufnehmen. Dadurch, dass wir mit 0,5 Prozent über der sogenannten 'Sollquote' liegen, sind wir viel weiter als andere Städte und Landkreise."

Außenansicht vom Thomashaus in Mannheim-Neuhermsheim. (Foto: (c) Stadt Mannheim)
Außenansicht vom Thomashaus in Mannheim-Neuhermsheim. (c) Stadt Mannheim

200 Menschen im Thomashaus untergebracht

Zurzeit sind laut Stadt rund 200 Menschen aus der Ukraine in der Mannheimer Erstaufnahmestelle, dem Thomashaus, untergebracht. Dort bleiben sie in der Regel zwei bis drei Tage. Nachdem erste Fragen unter anderem zur Meldepflicht geklärt sind, werden die Menschen in Hotels oder an private Unterkünfte vermittelt.

Dossenheim stellt eigene Wohnungen zur Verfügung

Die Gemeinde Dossenheim (Rhein-Neckar-Kreis) hat für Geflüchtete aus der Ukraine, die zunächst privat untergekommen sind, Anschlussunterbringungen bereitgestellt. Nach Angaben der Gemeinde hat sie dafür Wohnungen angemietet. Aktuell sind in Dossenheim 81 Menschen aus der Ukraine privat untergebracht. Diejenigen, die aus einer privaten Unterkunft ausziehen möchten, können sich auf die Liste der Wohnungssuchenden bei der Gemeinde eintragen lassen. Sie werden dann in eine der angemieteten Wohnungen untergebracht. Allerdings soll es hier laut Gemeinde zu Wartezeiten kommen.

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