Motto: "Haltung zeigen"

Wochen gegen Rassismus in Heidelberg: Ukraine auch Thema

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In Heidelberg haben am Montag die Internationalen Wochen gegen Rassismus begonnen. Sie dauern länger als ursprünglich geplant und die Ukraine wird dabei auch ein Thema sein.

Organisiert und veranstaltet werden die Internationalen Wochen gegen Rassismus in Heidelberg (14. März bis 15. Mai) vom Interkulturellen Zentrum.

Bereits am Sonntag ging es inoffiziell los mit einem "Fußballturnier gegen Ausgrenzung" für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren, gemeinsam mit dem Sportkreis Heidelberg und der SG Heidelberg-Kirchheim.

Leiterin Jagoda Marinic hat das Programm wegen des Kriegs in der Ukraine aktuell angepasst, wie sie im Interview mit SWR Aktuell erklärt.

Jagoda Marinic: Tragischerweise hatten wir tatsächlich sehr weitsichtig geplant. Der Titel unserer Auftaktveranstaltung war nämlich "Lokale Initiativen in Zeiten globaler Krisen." Eigentlich hatte ich dabei an Afghanistan gedacht, an Menschen, die verfolgt werden, weit weg von hier. Als die Ukraine angegriffen wurde, wollten wir natürlich Menschen aus der Ukraine am Programm beteiligen. Wir haben guten Kontakt zur Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft Rhein-Neckar e.V. Ich wollte das Thema Rassismus auch wieder breiter thematisieren und setzen, als wir das in den vergangenen Jahren in Deutschland gemacht haben. Denn Rassismus ist ein globales Problem und nicht nur eins von Deutschland.

Zweck: "Menschen zusammenbringen und Vorurteile abbauen"

SWR Aktuell: Was wollen Sie mit diesen Internationalen Wochen gegen Rassismus erreichen? Was ist die Kernbotschaft?

Jagoda Marinic: Die bundesweiten Wochen gegen Rassismus sollen den Zweck haben, Menschen zusammenzubringen, Vorurteile abzubauen, durch Begegnung im Sport, in der Kultur, im Tanz, durch Debatten. Weil Studien gezeigt haben: Je mehr sich Personen direkt und persönlich gegenüberstehen, desto mehr sieht man wirklich den Menschen an sich und nicht seine eigenen Vorurteile. Die Wochen wollen, dass man Menschen weniger "stereotypisiert" und abwertet. Dass man Menschen zu Feinden erklärt, nur weil sie schwarze Hautfarbe haben oder eine Migrationsgeschichte oder eine andere sexuelle Orientierung. Es geht darum, zu zeigen: Demokratien sind dafür da, Menschenrechte und Minderheiten zu schützen. Und die Wochen wollen das vor allem mit einer großen Geste des Gemeinsamen ausrichten. Also einerseits aufklären und sagen: Das ist Rassismus - aber andererseits auch in der persönlichen Begegnung einen Moment schaffen, wo man denkt: "Mensch, so anders ist der ja gar nicht als ich."

SWR Aktuell: Es gibt mehrere Veranstaltungen bis 15. Mai. Die meisten finden vor Ort statt, je nach Pandemielage. Wen haben Sie denn eingeladen?


Jagoda Marinic: Unter anderem die ehemalige ZDF-Nachrichtensprecherin und Journalistin Petra Gerster, den Publizisten Christian Nürnberger, die ARD-Fernsehjournalistin Natalie Amiri und die Heidelberger Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner (Grüne). Alle haben zugesagt, und ich hoffe, dass alle gesund bleiben und nicht positiv getestet werden und kommen. Ich hoffe auf gute Begegnungen und gute Gespräche.

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SWR