Mannheimer Experten über Tradition und Historie

Oh Tannenbaum - Ein deutscher Exportschlager

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Für die meisten gehört der geschmückte Tannenbaum zu Weihnachten einfach dazu. Aber woher kommt diese Tradition? Mannheimer Wissenschaftler kennen die Antwort.

Egal ob Nordmanntanne oder Fichte. Es wird Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, was spätestens zum 24. Dezember Glanz in die eigenen vier Wände bringen soll. Neben Schmuck und Pracht gibt der Weihnachtsbaum alle Jahre wieder auch Freude, Trost und Kraft – ein Symbol seit 500 Jahren, als er erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Weihnachtsbaum (Foto: IMAGO, IMAGO / Rene Traut)
Klassischer Weihnachtsbaum-Schmuck IMAGO / Rene Traut

Geschichte des Weihnachtsbaums beginnt im Elsass

Die Geschichte beginnt in Sélestat im Elsass. Auf deutsch: Schlettstadt. Genau dort, am 21. Dezember 1521, werden in einem Rechnungsbuch erstmals Bäume erwähnt, auf die man vor Weihnachten besonders aufpassen muss, weil sie geschmückt werden sollen.

Ein Weihnachtsbaum für den Transport verpackt: Frische Tannenbäume erkennt man daran, dass noch Harz aus ihrem Stamm oder den Ästen läuft. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christophe Gateau)
Frische Tannenbäume erkennt man auch daran, dass noch Harz aus ihrem Stamm oder den Ästen fließt. picture alliance/dpa | Christophe Gateau

Die katholische Kirche war anfangs nicht begeistert. Sie witterte heidnisches Brauchtum, denn immergrüne Pflanzen haben die Menschen schon lange vor dem Christentum fasziniert, sagt der Germanist Jochen Hörisch von der Uni Mannheim.

Erstmals Kerzenlicht an den Weihnachtsbaum kam um 1660 – Liselotte von der Pfalz erinnerte sich in einem Brief an den neuen Brauch an protestantischen Adelshöfen.

Der Weihnachtsbaum als Export-Erfolg

Hörisch bezeichnet den Weihnachtsbaum als "deutschenExportschlager", der sich in aller Welt verbreitet. Der Mannheimer Historiker Hiram Kümper führt das auf die vielen deutschen Emigranten im 19. Jahrhundert zurück, die ihre Tradition gewissermaßen mitnahmen.

Mann mit Hut packt Tannenbaum in ein Netz (Foto: SWR)
Im Netz lassen sich Tannenbäume gut transportieren

Dazu zählt auch das  von Ernst Anschütz komponierte und getextete Lied "O Tannenbaum", das dem Weihnachtsbaum seit 1824 ein musikalische Denkmal gesetzt hat.

Weihnachtsbaum Weltrekordträger Thomas Jeromin und Olaf Kuchenbecker, RID-Rekordrichter stehen in Jeromins Wohnung vor geschmückten Tannenbäumen  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Ole Spata)
Thomas Jeromin aus Rinteln in Niedersachsen hat mit seiner Weihnachtsdekoration einen neuen Weltrekord aufgestellt. 444 geschmückte Weihnachtsbäume stehen in seiner Wohnung. Dafür gab es eine Urkunde. Ole Spata

Warum der Weihnachtsbaum ein "Erfogsmodell" wurde, erklärt der Wissenschaftler Jochen Hörisch unter anderem mit der fehlenden Bindung an eine religiös-kulturelle Tradition. Und Kümper ergänzt:

"Er muss auch nicht religiös ins Fest eingebunden werden und das macht ihn natürlich anschlussfähig für jede oder jeden, egal wie religiös sie oder er ist.“

RLP

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