Rothalsgans verendet - Sie war mit dem Erreger H5N1 infiziert

Zoo Heidelberg reagiert umfassend auf Vogelgrippe-Fall

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Im Zoo Heidelberg gibt es einen Vogelgrippe-Fall. Nach Angaben des Zoos handelt es sich um eine Rothalsgans. Der Zoo ergreift jetzt umfangreiche Schutzmaßnahmen.

Die Rothalsgans (Foto) war in diesen Tagen verendet. Sie war Trägerin des Grippevirus H5N1, wie ein Test ergeben hat. Vermutlich habe sie sich bei Wildtieren angesteckt, informiert die Zooverwaltung in einer Pressemitteilung.

Der Zoo will jetzt die anderen Zoovögel schützen, darunter sind viele wertvolle und seltene Vogelarten. Einige davon sind vom Aussterben bedroht, wie die Socorro-Tauben oder die seltenen Hornvögel.

Für die Besucher sind die Vögel dann meist verschwunden (Foto: SWR)
Der Zoo Heidelberg will seine wertvollen Vögel vor der Vogelgrippe schützen

Volieren werden abgedeckt

Seit Freitag werden viele Vögel in ihre Häuser oder in überdachte Rückzugsorte gebracht. Für alle Vogelbereiche wurden die Hygienemaßnahmen verschärft. Alle Volieren werden mit Planen abgedeckt und engmaschig verstärkt, um Virenübertragung durch Wildvögel zu vermeiden

Eine Rothalsgans ist am H5N1-Virus verendet (Foto: Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg)
Eine Rothalsgans Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg

Wasserflächen trockengelegt

Zudem werden Wasserflächen abgelassen, um keine wildlebenden Vögel anzuziehen.

Bei allen Vogelarten werden konstant Kontrollen durchgeführt und Proben genommen, um eine Ausbreitung des Erregers möglichst frühzeitig festzustellen. 

Vogelgrippe breitet sich in Europa aus

In einigen europäischen Ländern breitet sich die Vogelgrippe bereits aus. Viele Vögel in Finnland, Irland, Portugal und Russland sind bereits an der Vogelgrippe gestorben, auch in Deutschland hat das Friedrich-Löffler-Institut bereits Fälle erfasst, schreibt der Zoo in der Pressemitteilung.

"Die Veränderungen wie das Aufstallen oder das Abdecken der Volieren durch die Folienabdeckungen bedeuten erheblichen Stress für die Vögel. Bei einigen Vogelarten müssen wir damit rechnen, dass sie im nächsten Jahr nicht brüten werden. Jedoch sind sie unvermeidbar und sehr wichtig für den Erhalt des gesamten kostbaren Vogelbestands im Zoo",

Im Heidelberger Zoo leben über 400 Vögel, es sind über 80 Vogelarten vertreten.

Für die Zoobesucher sind damit die meisten Vögel auf unbestimmte Zeit nicht sichtbar. Das Risiko für Menschen, sich zu infizieren, ist allerdings laut Robert-Koch-Institut sehr gering.

Dennoch sollten Menschen direkten Kontakt vermeiden, wenn sie einen kranken oder verendeten Greif- oder Wasservogel finden, und sich an die zuständige Veterinärbehörde wenden – in Heidelberg ist diese über das Bürger- und Ordnungsamt der Stadt erreichbar (E-Mail: veterinaeramt@heidelberg.de).   

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