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Ein Paar hält bissige Hunde, die Menschen angreifen. Die Stadt Mannheim verbietet den Haltern daraufhin, große Hunde zu halten. Der Fall beschäftigte nun ein Gericht.

Ein Mannheimer Paar darf weiterhin keine großen Hunde halten. Das hat der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim (VGH) am Donnerstag entschieden. Eine Revision hat der Verwaltungsgerichtshof nicht zugelassen. Jetzt bleibt dem Paar nur noch der Gang vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Paar darf nur Hunde halten, die bis zu 40 Zentimeter groß sind

Die Stadt Mannheim hatte den beiden verboten, große Hunde zu halten, da sie dazu nicht in der Lage seien. Deshalb sollen beide nur noch Tiere bis zu einer Größe unter 40 Zentimetern besitzen dürfen.

Angeblich große Hunde zur Überwachung von Grundstück benötigt

Vor dem VGH hatte das Paar am Mittwoch argumentiert, es brauche größere Hunde zur Überwachung eines großen Grundstückes, auf dem sie auch genügend Auslauf hätten. So sei auch kein Gassi gehen mehr nötig. Man habe aus den Geschehnissen der Vergangenheit gelernt.

Verwaltungsgerichtshof VGH Hundehalter Prozess (Foto: SWR, Rosa Omenaca)
Verhandlung zu Streit um Haltung großer Hunde vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim Rosa Omenaca

Rottweiler sollen Menschen angegriffen haben

In der Verhandlung ging es konkret um drei Vorfälle, bei denen vor rund fünf Jahren zwei Rottweiler des Paares Menschen angegriffen haben sollen. Das Paar hatte die Tiere aus Frankreich mitgebracht. Einer der Hunde wog mehr als 50 Kilogramm. Trotz des aggressiven Verhaltens der Tiere wurden sie nicht mit Maulkorb und Leine gesichert. Ein Hund wurde nach der Attacke auf ein Mädchen eingeschläfert, der andere starb im Tierheim.

Als Konsequenz hatte die Stadt eine Hundehalteverbot gegen das Paar erlassen. Die Stadt begründete das mit Gefahrenabwehr. Dagegen war das Paar juristisch vorgegangen.

Kriminalstatistik: "Tatmittel" Kampfhund - 43 Fälle von Körperverletzung

Die polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet 1.243 Körperverletzungen mit dem "Tatmittel" Hund für 2020, davon 1.221 fahrlässig. Die Tendenz ist hier rückläufig. Anders beim "Tatmittel" Kampfhund: Hier wurden 43 Fälle von Körperverletzung, 37 Mal fahrlässig, verzeichnet. Damit setzt sich eine leichte Steigerung in den vergangenen Jahren fort. Im Jahr 2014 waren es 20 Körperverletzungen, 19 davon fahrlässig. Rottweiler gelten im Südwesten nicht als Kampfhunde.

Stadt Mannheim verweist auf Polizeiverordnung zum Halten gefährlicher Hunde

Die Stadt Mannheim nahm nur allgemein Stellung und verwies auf die Polizeiverordnung über das Halten gefährlicher Hunde, das Tierschutzgesetz des Bundes sowie die sich darauf beziehenden Verordnungen über die art- und tierschutzgerechte Haltung von Tieren. "Wenn der städtische Veterinärdienst Verstöße gegen diese Regelungen feststellt, kommt die Haltungsuntersagung und Fortnahme des Tieres in Betracht", hieß es weiter.

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