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Das Amtsgericht Bensheim (Kreis Bergstraße) hat das Verfahren gegen eine Frau aus Heppenheim, die bei Facebook ein Foto eines Haftbefehls weiterverbreitet haben soll, eingestellt. Die 61-Jährige muss als Auflage 500 Euro an ein Kinderhospiz zahlen. Die Heppenheimerin hatte eingeräumt, einen Beitrag auf ihrem öffentlichen Facebook-Account geteilt zu haben, auf dem ein Haftbefehl mit dem vollen Namen eines Verdächtigen zu sehen war. Der Verdächtige, ein Flüchtling, war wegen einer Auseinandersetzung in Chemnitz, bei der ein junger Mann starb, festgenommen worden. Es stellte sich nach drei Tagen jedoch heraus, dass er mit den Geschehnissen nichts zu tun hatte. Der Vorfall in Chemnitz vom August 2018 hatte zu massiven Ausschreitungen und Kundgebungen fremdenfeindlicher Gruppen geführt. Die in Bensheim angeklagte Frau hatte vor Gericht angegeben, nicht gewusst zu haben, dass ihr Handeln verboten ist. Schließlich sei sie keine Juristin. Sie sei vielmehr der Meinung gewesen, dass ein solcher Haftbefehl in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden müsse.

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